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Der Sündenbock. Mahler meint am 23. Juli 2018

160203_Mahlermeint_bannerEine Woche ist seit dem Finale vergangen. Ein Bundesligist wurde Weltmeister: Benjamin Pavard vom VfB Stuttgart. Und der will natürlich in der kommenden Saison Champions League spielen. Bayern München ist wohl zahlungswillig – jenseits der 50 Millionen. Die könnte Bayern erlösen, indem sie einen deutschen Nationalspieler zu Thomas Tuchel an die Seine schickt: Jerome Boateng wird mit Paris St. Germain in Verbindung gebracht. Zwei Heilige Germanen also in der Hauptstadt des Weltfussballs. Wobei der eine – also der Lieblingsnachbar Boateng – in seinen Wurzeln so germanisch nicht ist. Das teilt er mit anderen deutschen Nationalspielern. Einer von ihnen ist gestern via Twitter zurückgetreten. Mesut Özil, Filigrantechniker mit Hang zum Phlegma, wenn das Spiel an ihm vorbei läuft, teilte mit, dass er wegen Respektlosigkeit und Rassismus nicht mehr für den Ex-Weltmeister Deutschland auflaufen wird.

Eine Woche nach dem Finale ist die WM für den DFB also noch lange nicht zu Ende. Der Weltmeister von 2014 zerfällt scheibchenweise. Özil fühlt sich von Grindel und Bierhoff zum Sündenbock gestempelt, weil er nicht – wie Kollege Gündogan – seinen Auftritt bei Erdogan entschuldigt oder zumindest erklärt hat. Das kann man schon verstehen – ist doch die Causa Erdogan ein allzu bequemer Grund, die miserable Gesamtleistung des DFB – was sowohl das Team als auch Management betrifft –aus der Welt zu schaffen. Das wird allerdings nicht gelingen. Ein Neuanfang muss her – und der betrifft auch Jogi Löw, dessen Lieblingsschüler Mesut Özil war und der zu lange an Männerfreundschaften festgehalten hat. Und auch Oliver Bierhoff hat als Krisenmanager eine überaus schlechte Figur gemacht. Die Rufe nach Jürgen Klopp werden immer lauter.

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