Der Sport im Würgegriff des Terrors

Mahler meint am 17.11.2015
 
Vor 53 Jahren, am 5. September 1972 nahm die Terrororganisation „Schwarzer September“ im Olympischen Dorf in München israelische Sportler als Geiseln. Bei einem missglückten Befreiungsversuch kamen 17 Menschen ums Leben, ein deutscher Polizist, 9 Geiseln und alle Attentäter.
Die Spiele wurden für einen halben Tag unterbrochen. Dann sagte IOC-Präsident Avery Brundage den legendären Satz „The Games must go on“.
Der Sport hatte sich dem Terror nicht gebeugt.
Und jetzt Paris. Das Spiel Frankreich-Deutschland wurde zu Ende gespielt, eine mutige, wenn auch hochriskante Entscheidung der Behörden, wie wir heute wissen.
The Games must go on – heute Abend schon. Von den betroffenen Nationen spielen heute Abend Frankreich in England und die Niederlande in Hannover gegen Deutschland. Belgien, wohin die Spur der Terroristen von Paris führt, hat sein Freundschaftsspiel gegen Spanien heute Abend abgesagt. In Brüssel gilt Alarmstufe 3, und die untersagt kategorisch Großveranstaltungen wie Länderspiele.
Einige der deutschen Fans, die am Wochenende in Paris waren, hatten eigentlich nicht vor, unter der Woche nach Hannover zu reisen. Jetzt tun sie es. Trotzdem und gerade jetzt um deutlich zu machen: Ihr Terroristen erreicht euer Ziel nicht. Das kollektive Verstecken aus Angst vor weiteren Anschlägen findet nicht statt.
Ja, es stimmt, der Sport ist nicht per se unpolitisch. Aber es stimmt auch: der Sport darf sich vom Terror nicht in den Würgegriff nehmen lassen.
 
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