Der Rufer in der Wüste.

Mahler meint am 24.09.15.
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Keine Strech-Limo der Welt, kein Rolls Royce hätte die selbe Wirkung gehabt wie der Fiat 500, wenns auch nicht der knuddelige Cinquecento war sondern der Mini-SUV. Dem entstieg Papst Franziskus vor dem weißen Haus und wurde von Michelle und Barak Obama begrüßt. Wenn das italienische Auto für arme Leute eine Zeichenhandlung für das war, was da kommen sollte dann hat es schon gepasst.
Obwohl – es waren schon eher Nettigkeiten, was in den Ansprachen der Präsidenten von Vatikanstaat und den USA da so ausgetauscht wurde. Obama lobte die katholische Kirche, in den USA eher bescheiden auftretend angesichts der dominierenden Evangelikalen, schwieg allerdings zu den strittigen Fragen wie Abtreibung oder Scheidung und Wiederheirat. Im Gegenzug hielt sich Franziskus bei ebendiesen Themen auch zurück und zitierte stattdessen den Baptistenpastor Martin Luther King, indem er von einem „noch einzulösenden Schuldschein“ sprach, den es jetzt einzulösen gälte. King hatte von der Rassenfrage gesprochen, der Papst widmete dieses Zitat dem Klimawandel als einem Problem, das nicht den kommenden Generationen überantwortet werden dürfe. Klar, Kapitalismuskritik gab es auch, aber die war im höflichen Rahmen und das ist bei Franziskus inzwischen erwartbar. Das ärgert den Präsidenten weniger als die Republikaner, die fordern, der Papst solle sich aus der Politik gänzlich heraushalten. Diesen Wunsch erfüllt ihnen der Papst nicht. Er hält sich selten an Redemanuskripte, die politisch korrekt und vorher von seinen Beratern gewogen und geschliffen worden sind. Und mehr kann man bei einem diplomatischen Treffen ja auch nicht erwarten. Zum Glück wars ein Chiquecento und kein Jetta Clean Diesel, den der Papst für seine Anreise wählte. Sonst fährt er einen klapprigen Renault 4. Dessen Abgasbilanz möchte ich allerdings auch nicht veröffentlicht sehen.
 
 

Der Rufer in der Wüste.
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