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Der Preis des Ruhms. Mahler meint am 13.6.2019

160203_Mahlermeint_bannerMeine Nachbarin Anne war mit 15 schon im Nachwuchskader der Frauen-Fußball Nationalmannschaft. Eine Verletzung warf sie aus der scheinbar vorgezeichneten Karriere. „Fußball ist nicht alles“ sagte sie mir neulich. Sie kickt zwar noch, geht aber nicht mehr 4-mal in der Woche zum Training. Da ist der gleichaltrige Benjy (15) aus anderem Holz. Für das Ballerspiel „Fortnite“ hat er sogar die Schule geschmissen. Wenn er um 14 Uhr aufsteht, kommen zwei Privatlehrer vorbei, damit Benjy Fish der Schulpflicht Genüge tun kann. Die Nächte sind lang – denn er zockt stundenlang „Fortnite“. Alles mit der Erlaubnis seiner Mutter. Die hat ihn von der Schule abgemeldet, damit er „Fortnite“-Profi werden kann. „Als meine Mama mir vorschlug, die Schule zu verlassen, sodass ich rund um die Uhr Computer spielen kann, dachte ich zuerst, ich hätte mich verhört“, sagte der Teenager dem „Daily Mirror“. Ob der Traum der meisten 15jährigen Jungs irgendwann zum Albtraum wird, muss die Geschichte zeigen. Im Hier und jetzt hat der 15-Jährige vor allem die dicken Preisgelder im Visier, die es bei „Fortnite“ zu gewinnen gibt. Oder seine Mutter, die gerne einen berühmten Sohn und etwas mehr Kohle zu Hause hätte? Ich bin froh, dass Annes Eltern ihre Tochter optimal gefördert haben, damit sie ganz oben mitmischen kann im Frauenfußball. Aber sie haben immer gesagt, dass es ihr Leben und ihre Entscheidung ist. „Den Ehrgeiz braucht sie, nicht wir“, sagte mir ihre Mutter. Für Sport und Karriere aufs Abi verzichten? Für Anne und ihre Familie wäre das niemals in Frage gekommen.

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