Der lange Weg zum Licht.

In der Woche, die gestern angebrochen ist, steckt jede Menge Symbolkraft. Gestern haben die christlichen Kirchen Palmsonntag gefeiert und damit den Beginn der Karwoche. An diesem Tag, so sagt es die Überlieferung, ritt Jesus auf dem Füllen einer Eselin in Jerusalem ein. An den Straßen standen viele Menschen und jubelten ihm zu. Sie erwarteten einen König, der das Volk Israel von der Besatzung der Römer befreien sollte. Hosianna riefen die Menschen und wedelten mit Palmzweigen dem Retter, dem Erlöser zu.

Wenige Tage später sollten dieselben Leute enttäuscht „Kreuzige ihn“ schreien und damit das Todesurteil des Pilatus bestätigen. Alle Erwartungen waren enttäuscht worden. Kein Kriegsherr auf einem Schlachtross war da zu ihnen gekommen, sondern ein bescheidener Prediger der bedingungslosen Liebe auf einem kleinen Esel, dem Arbeitstier der kleinen Leute.

Wie gerne würden wir heute dem Erlöser zujubeln, der uns von der Geisel Corona befreien würde. Einfach so, im Handstreich. Aber den gibt es ebenso wenig wie den König der Juden, der mal eben so die Römer verjagen konnte.

Jesus wird am Abend von dem Sabbat ans Kreuz geschlagen. Auf dem Kopf trägt der König der Juden eine Krone, eine Corona – aus Dornen.

Aber damit ist die Geschichte nicht zu Ende. Das viel beschworene Licht am Ende des Tunnels ist der Ostermorgen, die Auferstehung Jesu von den Toten. An Ostern können wir Corona-gebeutelten auch feiern, dass am Ende das Leben über den Tod siegen wird – so wir der Überlieferung glauben.

Der lange Weg zum Licht.
Der lange Weg zum Licht. bewerten:
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars
4,00 von 5 Punkten, basierend auf 12 abgegebenen Stimmen.
Loading...