Der Bauer und sein Pferd.

In diesen Wochen und Monaten verzweifeln viele Menschen und nicht wenige hadern mit Ihrem Schicksal. Sie verpassen dabei die Chance, die jede Krise beinhaltet. Die Geschichte aus dem Taoismus, die ich ihnen erzählen möchte, macht deutlich, dass alles relativ ist. Das Glück und auch das Unglück. Und sie warnt uns, alles sofort zu sortieren in positiv und negativ. Viel-leicht hilft sie, diese Tage etwas gelassener anzuschauen.

In einem armen Dorf lebte ein Bauer. Er galt als reich, denn er besaß ein Pferd, mit dem er pflügte und Lasten beförderte.

Eines Tages lief ihm sein Pferd davon. Seine Nachbarn riefen, wie schrecklich das sei, aber der Bauer meinte nur: „Vielleicht.“

Ein paar Tage später kehrte das Pferd zurück und brachte zwei Wildpferde mit. Die Nachbarn freuten sich alle über sein günstiges Geschick, aber der Bauer antwortete wieder: „Vielleicht.“

Am nächsten Tag versuchte der Sohn des Bauern, eines der Wildpferde zu reiten. Das Pferd warf ihn ab und er brach sich beide Beine. Die Nachbarn bekundeten ihm alle ihr Mitgefühl für dieses Missgeschick, aber vom Bauer hörten sie wieder nur ein: „Vielleicht.“

In der nächsten Woche kamen Rekrutierungsoffiziere ins Dorf, um die jungen Männer zur Ar-mee zu holen. Ein Krieg mit dem Nachbarkönigsreich bahnte sich an. Den Sohn des Bauern wollten sie nicht, weil seine Beine gebrochen waren.

Als die Nachbarn ihm sagten, was für ein Glück er hat, antwortete der Bauer erneut: „Viel-leicht.“

Der Bauer und sein Pferd.
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