Denk-Arbeit.

Mir helfen die Gedenk- und Aktionstage gerade jetzt, den Blick zu weiten und nicht nur auf die täglichen Inzidenzzahlen zu starren wie das Kaninchen auf die Schlange. Der heutige 5. Mai gibt eine Menge Stoff zum Nachdenken:

Am 5. Mai 1949 wurde der Europarat gegründet. Nach 72 Jahren Europa ist es sicher gut, Bi-lanz zu ziehen und festzustellen, dass das Projekt Europa heute durch Nationalstaatlichkeit in vielen Ländern stark gefährdet ist. Es gilt, mit vereinten Kräften weiter daran zu arbeiten, dass nationale Egoismen überwunden werden und demokratische Gemeinsamkeit das ver-einte Europa voranbringt.

Heute ist aber auch der Tag des herzkranken Kinder – seit 23 Jahren. Der internationale Heb-ammentag – den gibt es schon seit 1990. Der Welttag der Handhygiene – für mich ein Grund darüber nachzudenken, ob wir auch in Zukunft besser auf das Händeschütteln verzichten sollten. Und heute ist auch der europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung – den gibt es schon seit 1992.

Man kann sich mit Recht fragen, was diese Gedenk- und Aktionstage bringen. Eines tun sie auf jeden Fall: Themen auf die gesellschaftliche und politische Agenda heben, die der Auf-merksamkeit bedürfen. Und uns daran erinnern, dass es viele Themen gibt, die einmal ange-stoßen worden sind und aufgrund der aktuellen Ereignisse in den Hintergrund treten muss-ten. Ich möchte der Pandemie nicht die Macht über mein Denken geben. Der Virus tötet sonst am Ende mein Bewusstsein für andere, drängende Probleme und die gesellschaftliche Solidarität.

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