Demut – Die Renaissance eines Begriffs.

Es war schon auffällig, wie häufig schon im Wahlkampf und auch danach ein Wort auf-tauchte, das kaum noch jemand wirklich mit Inhalt füllen kann: Demut. Olaf Scholz erfüllt der Zuspruch der Wählerschaft mit „Demut“, Annalena Baerbock hat „Demut vor der Auf-gabe“ und Armin Laschet spricht von „Demut in dieser entscheidungsreichen Zeit“. Nur von Christian Lindner habe ich das Wort „Demut“ noch nicht gehört – und das spricht für sich.

Was meint Demut überhaupt? „Mut zum Dienen“ ist gemeint, und wenn man das Wort Mi-nister übersetzt, steckt auch dort ein „Staatsdiener“ drin. Nun sind auf einmal viele Politike-rinnen und Politiker angeblich demütig. Klingt zunächst mal gut. Kommt aber beim Wahlvolk so nicht an. Laut einer Umfrage sehen 61% die bekannten Politiker eher als Narzissten und nur 23% als demutsvoll.

Ich habe den Eindruck, dass es gerade schick ist, sich in der Nach-Trump-Ära mit der Charak-tereigenschaft Demut zu schmücken. Wer wirklich von einer Überschätzung der eigenen Per-son absehen kann und den Mut zum Dienen hat, das wird sich zeigen. Gerade jetzt in den Koalitionsverhandlungen, in denen es um Inhalte und weniger um Personen geht.

Demut – Die Renaissance eines Begriffs.
Demut – Die Renaissance eines Begriffs. bewerten:
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars
11,50 von 5 Punkten, basierend auf 4 abgegebenen Stimmen.
Loading...