Das Unwort.

„Ich bin nicht schwarz, ich bin nicht weiß“ rappen die Kids, zwischen 6 und 10 Jahre alt. Ge-flüchtete und Andere. Jungs und Mädchen. Vereint gegen Rassismus. Das Video entstand in der Auseinandersetzung mit „Black Lives Matters“ im Kindergottesdienst einer Heidelberger Kirchengemeinde. Und am Ende steht der geniale Slogan: „Ich bin nicht schwarz, ich bin nicht weiß – ich bin Mensch.“

Gestern Abend im ZDF: „Das Unwort“. Auch da geht es um Rassismus. Diesmal religiös: Das Unwort heißt „Jude“. Ein Junge wird wegen seiner Religionszugehörigkeit gemobbt. Lehrende und Eltern stehen der Sache relativ hilflos gegenüber. Eigentlich ein Unding in einer Zeit, in der der Antisemitismus wieder erstarkt.

Werden Sie gefragt, ob sie Hetero sind? Oder weiß? Oder Christ? Oder Atheist? Nein? Es wäre doch ein genialer Ansatz, den uns die Kinder aus Heidelberg lehren. Ich bin nicht weiß. Ich bin nicht Christ. Ich bin nicht Mann. Ich bin nicht Hetero. Ich bin Mensch.

Was uns die Kids da verklickern, ist die Grundlage jeder Ethik. Ich bin Leben inmitten von Le-ben, das leben will. Alle Menschen sind frei und gleich an Rechten geboren. Die Würde des Menschen ist unantastbar.

Ja ich weiß, es ist ein frommer Wunsch, dass wir so dem Alltagsrassismus etwas entgegenset-zen können. Die Wahl in den USA, in der der Rassist Trump eins auf seine rote Mütze bekom-men hat, macht mir dennoch Mut. Weg mit den Schubladen. Wir sind alle Menschen – und wenigstens in dieser Beziehung sind wir alle gleich.

Das Unwort.
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