Das Treffen der Jugend der Welt

Aus und vorbei. Das war’s mit Olympia – und ich fürchte nicht nur für Berlin und Hamburg.

Die Einführung der Olympischen Spiele der Neuzeit wurde 1894 als Wiederbegründung der antiken Festspiele in Olympia auf Anregung von Pierre de Coubertin beschlossen. Als „Treffen der Jugend der Welt“ sollten sie dem sportlichen Vergleich und der Völkerverständigung dienen. Seit 1896 finden alle vier Jahre Olympische Spiele und seit 1924 Olympische Winterspiele statt.
Ihre Unschuld haben die Spiele allerdings schon lange verloren. Die Infragestellung des Amateurstatus seit 1912, Die Nazi-Festspiele in Berlin 1936, die Anschläge in München 1972, die Spiele in Peking und Sotschi – und immer wieder die Dopinggeschichten mit dem Höhepunkt der Enthüllung des Jahrzehnte währenden flächendeckenden Doping-Skandals der russischen Leichtathletik – ein Skandal jagt den anderen.
Haben sich in vergangenen Jahren die Städte um die Austragung gerissen, will sie heute offensichtlich keiner mehr. Zumindest Berlin und Hamburg nicht.
Ich finde das nur konsequent. Die Bevölkerung hat die Schnauze voll von überteuerten Massenspektakeln, wo Korruption, Doping und Politischer Machtkampf längst den fair ausgetragenen Wettkampf verdrängt hat.
Anstatt hektisch nach den letzten Machthabern zu suchen, die Olympia für das Auftakeln ihres ramponierten politischen Images missbrauchen sollte sich das IOC mal auf den Hintern setzen und die Spiele neu erfinden. Die Jugend der Welt trifft sich heute leider eher auf den Schlachtfeldern als im Stadion.

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