Das Parteienbeben.

Der Demokrat hat’s nicht immer leicht. Oder wie soll man den Ausgang der Landtagswahlen von gestern kommentieren, ohne unfair oder gar zynisch zu werden?

 

Wir stellen also sachlich und nüchtern fest: die Alternative für Deutschland ist eine zugelassene Partei, viele Wählerinnen und Wähler haben sich für sie entschieden. Fast jeder vierte in Sachsen Anhalt, 15,1% in Baden Württemberg und auch in Rheinlandpfalz sind die Rechtsnationalen mit einem zweistelligen Ergebnis aus der Wahl hervorgegangen.

 

Das mag erschrecken, aber die richtige Reaktion darauf ist eigentlich die Auseinandersetzung mit der Flüchtlingsprotestpartei. Unsere Demokratie hat die NPD überlebt, die Schill-Partei, die Republikaner. Warum nicht auch die AfD? Ich bin sicher: das Thema wird sich weitgehend erledigen, wenn sich die Aufregung um die Flüchtlingspolitik gelegt hat.

 

Zweite Feststellung: Es werden Personen gewählt und nicht Parteien. Fett gepunktet haben der Grüne Winfried Kretschmann, einer, der als durch und durch authentisch gilt und die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer, ebenfalls eine starke Persönlichkeit, die es sogar schaffte, die CDU-Hoffnungsträgerin Julia Klöckner hinter sich zu lassen, die hatte sich durch ihre zu späte Solidarisierung mit Angela Merkel und ihrer Flüchtlingspolitik um den Wahlsieg gebracht. Tja und Sachsen – Anhalt: Reiner Haseloff kann man wohl kaum einen charismatischen Wahlkämpfer nennen – seine CDU verlor leicht, die AfD bekam 24,2%.

 

Die Alternative für Deutschland verstand es nicht nur, Wähler von den etablierten Parteien abzuziehen sondern jede Menge Nicht-Wähler zu mobilisieren. Und das macht am allermeisten nachdenklich.

 

Die kritische Masse sind die Enttäuschten und Unzufriedenen.

 

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