Das nackte Grauen.

Wir hatten uns in den letzten Jahren ja schon daran gewöhnt, dass es immer wieder Unwetter, Überflutungen und vollgelaufene Keller gab. Was sich aber von Mittwoch auf Donnerstag in NRW, Rheinland-Pfalz und dem Saarland abgespielt hat, ist eine beispiellose Katastrophe. In den letzten Jahren wurden neue Dämme gebaut, Überflutungsflächen geschaffen, die Flut-wände erhöht. All das hatte keine Chance, den Naturgewalten zu trotzen, die über uns her-eingebrochen sind. Es ist jetzt sicher nicht die Stunde, Schuld zuzuweisen. An erster Stelle steht das Mitgefühl für die zahlreichen Opfer und deren Angehörigen. Und die Solidarität mit den Menschen, die ihre Existenz verloren haben. Ihnen muss schnell und unbürokratisch ge-holfen werden.

Dann erst kann die Frage nach Ursachen kommen. Und da gibt es zumindest Teilantworten. Der Klimawandel ist eine davon: Die Erderwärmung sorgt dafür, dass in der Arktis Eisflächen schmelzen, die zurückbleibenden dunkleren Flächen speichern die Hitze und erwärmen das Wasser. Dadurch entsteht Feuchtigkeit, die für heftige Stürme und Unwetter sorgt.

Eines lässt sich mit Gewissheit sagen: wir sind – allen Warnungen zum Trotz – zu spät aufge-wacht. Die Eindämmung der Erderwärmung wird immer noch viel zu zögerlich angegangen. Es gehe um einen Kompromiss zwischen Wirtschaft und Klima. Wenn wir jetzt nicht die Bremse ziehen, wird es nichts mehr geben, was wir schützen können. So dramatisch ist es. Das hilf den Betroffenen aber auch nicht. Vielleicht sind Politik und Bevölkerung jetzt bereit, endlich kon-sequent umzudenken. „Nach mir die Sintflut“ bekommt eine aktuelle Bedeutung. Sie wartet allerdings nicht mehr. Sie ist da.

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