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Das Leck im Tank. Mahler meint am 12.6.2019

160203_Mahlermeint_bannerStellen Sie sich bitte folgende Situation vor: Sie sitzen in einem Flugzeug, auf halbem Weg über den Atlantik. Plötzlich steht die Pilotin persönlich im Gang und erklärt, ein Tank des Flugzeugs habe ein Leck, Treibstoff laufe aus. Es sei zwar unter Umständen möglich, mit dem noch verbleibenden Sprit bis nach New York zu kommen, aber das sei nicht sicher. Sie habe deshalb vor, in Grönland um eine Notlandeerlaubnis zu bitten. So beginnt eine Kolumne von Christian Stöcker in Spiegel-online. Ein Herr in der ersten Klasse sagt, dass er dringend noch heute Abend in New York sein müsse, es gehe da um einen wichtigen Deal. Ein zweiter Herr im Anzug gesellt sich dazu, er ist selbst Pilot – zwar für Kleinflugzeuge und er hält die Ansicht der Pilotin auf Grund seiner Expertise für Panikmache. Da steht eine Frau auf und sagt, sie könne hier sicher helfen: Sie sei Berufspolitikerin und deshalb geübt darin, in Konfliktsituationen eine für alle Beteiligten akzeptable Lösung auszuhandeln. Die Pilotin gibt zu bedenken, dass das Abdrehen nach Grönland nur noch wenige Minuten lang möglich sei. Christian Stöcker vergleicht das Flugzeug mit dem Loch im Tank mit dem Klimawandel. Die Regierungsparteien versuchen, das Loch im Flugzeugtank, von dem sie seit Jahrzehnten wissen, jetzt wie ein „Thema“ unter vielen zu behandeln. Julia Klöckner verglich die Klimakrise mit den syrischen Bürgerkriegsflüchtlingen des Jahres 2015. Was eine bittere Ironie birgt, denn gegen die Fluchtbewegungen, die diesem Planeten bevorstehen, wenn wir nicht schleunigst beidrehen, war die sogenannte Flüchtlingswelle von 2015 ein Rinnsal.

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