Das Kind vor dem Süßwarenladen.

2020 wird vor den Toren der Justizvollzugsanstalt Tegel eine Unterkunft für Häftlinge in Sicherungsverwahrung eingerichtet.

Berlin will erstes Bundesland für bestimmte sicherungsverwahrte Straftäter die Möglichkeit des offenen Vollzugs anbieten, so der Leiter der JVA Tegel, Martin Riemer.

Die Straftäter sollen demnach vor der Mauer der Anstalt vorsichtig auf ihre Freiheit vorbereitet werden.

Natürlich sind die Anwohner in Tegel in großer Sorge.

Ihnen ist die Nähe zu den Straftätern nicht geheuer. „Das ist so, als ob man ein Kind vor einem Süßwarenladen absetzt“, so der Kommentar eines besorgten Bürgers.

Benjamin Jendro, Sprecher der Gewerkschaft der Polizei: „Sicherungsverwahrung wird nicht umsonst angeordnet, sondern weil von diesen Straftätern belegbar eine Gefahr für die Gesellschaft ausgeht.“

Fakt ist, dass den Häftlingen vor ihrem Schritt in den offenen Vollzug durch ein externes Gutachten bestätigt werden muss, dass sie sich in der Zeit im Gefängnis gebessert haben und nicht fliehen werden. Die Beurteilung soll laut Justizsenat durch erfahrene Psychologen und Psychiater erfolgen.

Aber es ist so wie immer: Im Prinzip sind die vernünftigen Bürgerinnen und Bürger dafür, aber nicht in ihrer Nachbarschaft. Wie bei Asylunterkünften, Müllverbrennungsanlagen oder Wohngruppen für Drogenabhängige in der Resozialisierung. Hier gilt, was immer galt: Im Prinzip ja, aber bitte woanders. „Heiliger St. Florian, verschon mein Haus, zünd‘s nächste an.“

Das Kind vor dem Süßwarenladen.
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