Das alte neue „Wir“.

„Im Idealfall funktioniert die Globalisierung so wie Pfingsten“, schreibt Heribert Prantl, „alle behalten ihre Eigenheit, alle bleiben verschieden – und verstehen sich trotzdem, weil es den Geist des Wir-Gefühls gibt.“ Heute also die dritte Geschichte von der Kraft der Hoffnung – das alte neue „WIR“.

Pfingsten?

Da war doch was. Pfingsten ist das Fest der Völkerverständigung und die Geburts-stunde der Kirche. Menschen aus aller Herren Länder waren in Jerusalem zusammen-gekommen und hörten die Apostel in ihrer Muttersprache reden, obwohl sie des Heb-räischen nicht mächtig waren. Ein Sprachenwunder soll es gewesen sein und die Auf-hebung der Sprachenverwirrung, die beim legendären Turmbau zu Babel entstanden sein soll.

Was lehrt uns das in der Globalisierung? Das Credo der Globalisierung ist „Alle Men-schen werden Kunden“. Das alte neue WIR setzt dagegen. Nicht „alle Menschen wer-den Kunden“, sondern „Alle Menschen werden Geschwister“ in der großen Men-schenfamilie. So verschieden sie auch sein mögen. Denn, so sagt es der Apostel Pau-lus, „da ist nicht Jude oder Grieche, nicht Mann oder Frau, nicht Sklave oder Freier“ – sie sind alle eins, so verschieden sie auch sein mögen. Dieser Gedanke des alten neuen WIR gibt Hoffnung und trotzt dem neu aufkeimenden Nationalismus in Deutschland, Europa und der Welt.

Angeregt zu diesen Gedanken hat mich das Buch „Die Kraft der Hoffnung“ von Heri-bert Prantl, Süddeutsche Zeitung Edition, 24,90, die sich lohnen.

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