Da war doch noch was – die vergessenen Gefangenen.

Die Corona Pandemie ist das alles beherrschende Thema. Persönlich, politisch, weltweit. In dieser Woche will ich gerne mit ihnen darüber nachdenken, welche wichtigen Themen durch die Fixierung auf Covid 19 untergegangen sind. Da war doch noch was – zum Beispiel die ver-gessenen Gefangenen.

Mein gesellschaftliches Engagement startete ich als Student bei amnesty international. In Hamburg arbeitete ich in der Ortsgruppe mit.

Amnesty hatte stets ein Augenmerk auf die „vergessenen Gefangenen“. Also die, die unbe-merkt und unbeachtet von der Öffentlichkeit in irgendeinem Kerker dahinvegetierten. Sie hat amnesty aufgespürt Kontakt aufgenommen, und um Gerechtigkeit für sie gekämpft. Unsere stärkste Waffe ist die Feder, sagten wir immer. Die Presse, die Öffentlichkeit, die Petitionen an die Regierungen und Behörden.

Mir ist das in den Sinn gekommen, als ich über die Isolation nachgedacht habe, in die viele von uns während Pandemie gerutscht sind – oft ohne Verschulden. Ich denke an zwei Freunde, die schwer zu kämpfen haben – mit Depressionen und Ängsten. Ich habe nach längerer Sende-pause wieder Kontakt zu ihnen aufgenommen.

Vielleicht denken Sie auch an einen Menschen, den sie in den letzten Wochen und Monaten vergessen haben. Vielleicht nehmen sie wieder Kontakt auf – das tut ihm oder ihr gut. Und ihnen auch, weil das Kreisen um sich selbst durchbrochen wird. Der Kampf gegen das Virus ist auch der Kampf gegen die Geiselhaft, in die uns dieses Thema genommen hat.

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