Da war doch noch was – die Plastikkatastrophe.

Wenn ich einkaufen gehe, habe ich das Gefühl, dass sich das Rad der Geschichte derzeit rück-wärts dreht. Zum Beispiel bei der Bekämpfung von Plastikmüll. Meine Tupperdose für den Käse darf nicht mehr befüllt werden – angeblich aus hygienischen Gründen. Ich beobachte viele Kunden, die schon eingeschweißtes Gemüse zusätzlich in eine Plastiktüte packen – dop-pelt geschützt hält besser, steht wohl hinter solchem unsinnigen Tun. Und auch sonst: Der Trend zu Fertigprodukten, die in Dosen oder in Plastik-Umverpackungen Keim- und Virenfrei-heit zu versprechen scheinen, nimmt weiter kräftig zu.

Die Angst treibt seltsame Blüten – wie wir das am Anfang der Corona-Bedrohung bei Teigwa-ren und Toilettenpapier alle beobachten konnten.

Aber zurück zum Plastik. Ich befürchte, dass wir nach der Pandemie von vorne anfangen müs-sen. Und das ärgert mich deshalb, weil der Trend zu angeblich sauber verpackten Lebensmit-teln völlig unsinnig ist. Wie bei allen anderen Konsumartikeln auch. Neulich kam eine Lieferung Tintenpatronen bei mir zu Hause an – zum ersten Mal doppelt in Schutzhüllen aus Plastik ge-presst. Vermutlich will der Hersteller auch hier suggerieren: Schau mal, bei mir bist Du absolut sicher vor Viren. Ich hole mein Obst und Gemüse weiter im Netz. Oder völlig unverpackt auf dem Markt. Und ich wünsche mir mündige Verbraucher, die sich nicht von der Angst leiten lassen, sondern vom Verstand. Und der sagt einem nach gründlicher Recherche, dass man einen Apfel ohnehin vor dem Verzehr abspült und das Gemüse in der Regel kocht. Ich meine, wir sollten jetzt das retten, was bisher erreicht wurde. Und weiter voranbringen. Mit der Ener-giewende bitte auch die Materialwende. Jetzt. Die Vermüllung der Weltmeere duldet keinen Aufschub.

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