Corona Krise neu denken: Was soll man bauen?

Mein Schwiegersohn hat ein kleines Baugeschäft. Ihm geht es gut in der Corona Krise. Die Baubranche brummt nach wie vor. Aber es stellt sich die Frage: Was soll derzeit gebaut wer-den? Wofür geben Investoren und vor allen Dingen die öffentliche Hand Geld aus? Am ver-gangenen Dienstag haben die Arbeiten für das umstrittene Freiheits- und Einheitsdenkmal an der Schlossfreiheit begonnen. Und sofort regt sich der Widerstand in diesen protestfreudigen Zeiten. „Wir protestieren gegen diesen Baubeginn und gegen die Realisierung des Denkmals“, sagt Annette Ahme, Vorsitzende des Vereins Berliner Historische Mitte. „Dieses Denkmal passt nicht mehr in die Zeit.“ Angesichts der Corona-Krise täten sich riesige Haushaltslöcher auf. Die Kulturstaatsministerin sollte das Geld für das Projekt – 17,12 Millionen Euro – lieber nehmen „und an bedürftige Künstler verteilen“.

An Vorschlägen, wie die öffentliche Hand jetzt Gelder verteilen solle, mangelt es wahrlich nicht. Unendlich viele Bürger wissen es besser als die Politiker. Mahler meint: es wäre das falsche Signal, gerade jetzt ein projektiertes und wichtiges Denkmal zu stoppen, das schon erhebliche Planungskosten verursacht hat. In diesen Zeiten ist dieses Denkmal das richtige Signal. Es erinnert daran, dass das deutsche Volk im letzten Jahrhundert die riesige Herausfor-derung der deutschen Einheit gestemmt hat. Freiheits- und Einheits- Denkmal – ein Mutma-cher für die Herausforderungen dieser Tage, die wir nur bewältigen können, wenn wir zusam-menstehen und die Freiheitsrechte trotz notwendiger Einschränkungen tapfer verteidigen.

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