Corona-Gerechtigkeit – gibt es die?

Ich kann es durchaus verstehen, dass viele Mitmenschen die Corona Maßnahmen nicht mehr nachvollziehen können. Da ist einfach vieles schief. Warum werden zum Beispiel Gerichtsverhandlungen mit relativ hoher Personenbeteiligung durchgezogen, obwohl es sich um Bagatellen wie Verkehrsdelikte handelt? Der Einzelhandel hingegen, der bewie-sen hat, dass er mit hohem Aufwand Hygienestandards einhalten kann, bleibt weiter ge-schlossen. 40% der Händler in der Modebranche beispielsweise steuern auf den Konkurs zu. Warum werden Champions-League Fußballspiele durchgezogen, koste es was es wolle? Weil der FC Liverpool Corona bedingt nicht nach Leipzig reisen darf, wurde zu-nächst überlegt, in London zu spielen – jetzt aber entschieden, dass das Match in Budapest ausgetragen wird. Die ungarische Hauptstadt ist auch nicht gerade für niedrige Fallzahlen bekannt. Derweil ist der abgehobene FC Bayern stinksauer, weil der BER das Nachtflug-verbot durchgezogen hat und die Bayern nach dem Spiel gegen Hertha BSC erst am Sonn-tagmorgen um 5 zur Clubweltmeisterschaft nach Doha fliegen durften. Pausenlos werden die Profikicker getestet – für andere Berufsgruppen wie Pflegepersonal oder Lehrerinnen sind Tests immer noch knapp.

Nicht nur angesichts des Lockdowns, der nicht enden will, sind die Menschen verdrossen. Es ist auch die Ungleichbehandlung, die wütend macht. Besonders dann, wenn es ganzen Branchen an die Existenz geht. Und gutverdienende Profi-Sportler weiter gepampert wer-den. Die haben sich von der Fan-Basis ohnehin schon meilenweit entfernt.

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