Corona-Gästelisten.

Ob Biergarten oder Sternerestaurant: nichts geht ohne die Pflicht, eine Gästeliste auszufüllen. Eigentlich ein harmloses Unterfangen. Wenn nicht – wie neulich beim Griechen – am Eingang des Gastgartens die Listen mit Anschrift offen ausliegen. Wie schön, denkt sich Freund Lang-finger, die Schulzes aus der Nachbarschaft haben sich gerade zum Essen niedergelassen, da werde ich doch eben mal zwei Straßen weiter vorbeischauen …

Gästelisten und Datenschutz: die Bayrische Polizei greift Corona-Gästelisten für strafrechtli-che Ermittlungen ab. Das verteidigt der Bayrische Innenminister Joachim Hermann, CSU, da-mit, dass der Bürger zu Recht erwarten dürfe, dass die Polizei im Rahmen der Rechtsordnung alles zu seinem Schutz unternimmt. Und eben nicht unter dem Deckmäntelchen eines falsch verstandenen Datenschutzes die Hände in den Schoß legt.

Offensichtlich ist derzeit dem Staat alles erlaubt, wenn es nur der Eindämmung des Virus dient. Rechtsstaatlichkeit, Freiheitsrechte, Datenschutz – alles Makulatur, möchte man mei-nen.

Aber das ist mit Sicherheit ein Eigentor. Wenn die Bürgerinnen und Bürger nicht sicher sein können, dass ihre Daten nicht missbraucht werden, gibt es nur zwei Alternativen: Entweder man meidet die Lokale oder man gibt einfach falsche Daten an. Aus meinem Freundeskreis weiß ich, dass das ohnehin schon eine Menge machen.

Auch für die Corona Maßnahmen gilt: Vertrauen ist der Anfang von Allem. Ich muss dem Staat und seinen Behörden vertrauen können, um kooperativ an der Eindämmung des Virus mitzu-arbeiten.

Corona-Gästelisten.
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