Copacabana is nich

Kann man sich eigentlich einen schöneren Ort vorstellen als Rio?

 

Die kilometerlange Copa Cabana, der Zuckerhut, die Christusstatue die über das Ganze gigantische 47 Meter die segnenden Arme ausbreitet. Eigentlich nicht. Rio – wie gebacken für die olympischen Spiele. Für drei Wochen unbeschwertes Treffen und Feiern der Jugend der Welt. Kein Wunder, dass es längst keine Karten mehr für das Beach-Volleyballtournier der leichtbekleideten Damen gibt. Das ist einfach Rio mit seinem Carneval, mit seinen Sambaschulen und der Copacabana.

 

 

Dumm nur, dass man die Probleme nicht drei Wochen lang unter einer schillernden Fassade verstecken kann. Dass Deutschland so schlecht wie seit 1968 in Mexiko nicht mehr ins Tournier gestartet ist – geschenkt. Obwohl: Auch Mexiko City glich damals wie Rio heute einem potemkinschen Dorf. Hinter den Fassaden hockt das Elend und die Not.

Und die Quartiere im olympischen Dorf sind leider auch hinter die Fassade gerutscht: Es regnet durch die Decke, die Klos sind permanent verstopft und die Athleten dazu verdammt, nicht raus zu dürfen – außer zum Wettkampf. Der Dopingskandal gerät außer Kontrolle – jetzt wird wohl auch die komplette russische Paralymic-Mannschaft gesperrt werden. Sicherheit: pro Quadratmeter Rio ein Polizist. Noch Fragen?

 

 

Ich schaue in diesem Jahr weniger Olympia als sonst. In Sotchi war das auch schon so bei den Winterspielen. Weil es einfach immer weniger Spaß macht, sich von einer tollen Fassade ablenken zu lassen von den Problemen. Tünche hält eben nicht, wenn der Untergrund nicht vernünftig vorbereitet ist. Der olympische Gedanke ist längst dem Kommerz und der Korruption zum Opfer gefallen. Schade eigentlich.

 

Copacabana is nich
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