Brillenschlangen und andere Tiere.

Japanische Wohnungen sind klein. Und Japaner sind tierlieb. Was tun? Ganz einfach: eine neue Geschäftsidee ist geboren. In Japan gibt es Cafés, in denen leben alle Arten von Tieren. Ferkel, Eulen, Igel – was das Herz begehrt. Man kann dort für 25 Euro eine halbe Stunde einen Igel streicheln. Oder eine Eule. Auch am Tag. Obwohl die Eule ein nachtaktives Tier ist. Aber es gibt immer eine zweite, die Tiere machen Schichtdienst. Entweder sie lassen sich anfassen, oder sie schlafen. Oder auch nicht, wie die Eule.

Japan – das Land der unbegrenzten Kuriositäten. Noch eine gefällig? In manchen japanischen Unternehmen gibt es Brillen-Verbote. Firmen verschiedener Branchen verbieten Mitarbeiterinnen zum Beispiel an Rezeptionen das Tragen von Brillen. Wie die japanische Tageszeitung „Tokyo Shimbun“ berichtet, will eine Gruppe von Aktivistinnen dagegen vorgehen. In einer Petition soll die Regierung aufgefordert werden, frauenfeindliche Vorschriften zu Kleidung und Aussehen in einem Gesetz gegen Belästigung am Arbeitsplatz zu brandmarken.

Ich lebe in der Nähe einer Universität, an der viele japanische und chinesische Studierende lernen. Viele von Ihnen laufen mit einem hellblauen Mundschutz durch unser Wohnviertel. Nur weil ich das nicht schick finde käme ich doch nie auf die Idee, eine Vorschrift zu Kleidung und Aussehen zu erlassen …

Glücklicherweise ist Unfug dieser Art in Deutschland nicht denkbar. Weder ein Streichelcafé, das Tiere quält noch diskriminierende Vorschriften gegen Brillen- oder Mundschutzträger.

Brillenschlangen und andere Tiere.
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