Brasilianische Passion

Musste das wirklich sein? So sehr ich es Laura Ludwig und Kira Walkenhorst auch gönne – musste es ausgerechnet im Beachvolleyball sein? An der Copa Cabana – dem Beachvolleyballrevier schlechthin? Die hochfavorisierten Brasilianerinnen gedemütigt. Vor eigenem Publikum. Und wieder die Deutschen. Wie beim 1:7 bei der Fussball-WM vor 2 Jahren im eigenen Land. 1:7 ist in Brasilien zum geflügelten Wort für den größten anzunehmenden Unfall geworden – egal in welchem Lebensbereich. Und am Samstag stehen wieder mal deutsche Fußballer im Finale. Diesmal im Maracana-Stadion. Der Gegner: Brasilien mit Superstar Neymar. Nicht auszudenken, wenn schon wieder Deutschland ….

 

Aber mehr als 50% der Brasilianer sind ohnehin gegen die Olympiade im eigenen Land. Leere Arenen, Proteste auf den Straßen, katastrophale Zustände im olympischen Dorf. Wenn dann auch noch das, wofür viele Brasilianer leben, der Fußball nämlich, keine Goldmedaille bringt, dann ist die Katastrophe perfekt. 1:7 eben, egal wie es ausgeht.

 

Aber so ist der Sport eben. Unberechenbar. Die Brasilianer sind im Beachvolleyball mal wieder an der Favoritenrolle gescheitert. Der Druck war zu hoch. Symptomatisch, dass der entscheidende Aufschlag der Brasilianerinnen ins Aus ging. Wie die ganze Olympiade eben. Das war Rio 2016.

 

 

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