Blaue Briefe aus Athen

Mahler meint am 10.02.2015
 
 
[display_podcast] Kostenloser Strom für die Armen, Krankenversicherung und kostenlose Lebensmittel – und gleichzeitig raus aus dem Sparprogramm. Alexis Tsipras gibt mächtig Gas. Er will endlich aufräumen mit unversteuerten Reichen-Einkommen, mit Korruption und Filz. Wie er das Ganze finanzieren will ist die andere Frage. Die alte Forderung nach Reparationsleistungen für die Besetzung Griechenlands durch die Nazis taucht wieder auf – 11 Milliarden sollen es mit Zins und Zinseszins sein. Berlin reagiert reserviert – die Schuld sei längst abgegolten, zuletzt wurden 1960 115 Millionen Mark bezahlt. Nach dem 2. Weltkrieg wurden beschlagnahmte Waren und Maschinen auch nach Griechenland geliefert. Dennoch taucht die Forderung nach weiteren Zahlungen regelmäßig wieder auf – Alexis Tsipras hätte natürlich ein paar Sorgen weniger, sollte die Finanzspritze nicht als Darlehen sondern als Sonderzahlung aus Berlin kommen.
Deutlich ist: Griechenland wird auf keinen Fall gegen die Europäische Union aus der Krise kommen sondern nur mit den Geberländern. Deshalb ist Griechenland gut beraten, weiter zu verhandeln und gleichzeitig seinen Staatshaushalt in Ordnung zu bringen. Alexis Tsipras ist auf einem guten Weg, weil er Rechte und Linke in der Regierungskoalition vereint hat und die richtigen Maßnahmen zugunsten des Volkes und nicht zugunsten der Elite angestoßen hat. So gesehen ist der 40jährige ein wirklicher Hoffnungsträger, dem die Europäische Union jede vernünftige Unterstützung geben sollte. Längst abgegoltene und verjährte Forderungen aus der Zeit des zweiten Weltkriegs gehören auf jeden Fall nicht dazu.
 
 

Blaue Briefe aus Athen
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