Bitte kauft ein!

Die holländischen Blumenhändler sind am Verzweifeln. 70% ihrer Milliarden Schnittblumen können sie in den Schredder stecken. Und das mitten in der Hochsaison. Ihr Slogan, als Spruch gelegt mit Hunderten von Blumen, hat mich beeindruckt: Kauft Blumen, nicht Klopapier. Und jetzt spreche ich mich, sonst Konsumkritiker aus Leidenschaft, vehement fürs Kaufen aus. Kauft bitte ein! Dinge, die eine geringe Halbwertzeit haben wie eben Schnittblumen. Aber auch Essen, bestellt bei eurem Lieblingsitaliener oder Asiaten so viel, wie ihr in anderen Zeiten im Lokal verzehren würdet. Und bitte hört mit der unsinnigen Hamsterei auf. Die Versorgungs-lage mit Lebensnotwendigem ist entspannt wie selten. Nur durch Vorratshaltung kommt es zu Engpässen, die völlig unnötig sind und dann eben doch die Allgemeinheit treffen. Solidar-verhalten ist in Zeiten der Krise nötiger denn je. Die „Hauptsache-Ich-Mentalität“ hilft am Ende keinem – noch nicht einmal mir selbst.

Also: kauft, verbraucht, denkt an Eure Buchhandlung im Kiez und an den Bäcker um die Ecke. Bald werden die Läden wieder schrittweise öffnen – helft ihnen, indem ihr jetzt eure Bücher und Blumen telefonisch bestellt und per Vertrauenskasse abholt. Und sogar die Reisen: lasst Euch einen Gutschein geben, selbst auf die Gefahr hin, dass der Veranstalter pleite geht. Jeder Gutschein hilft, dass das nicht passiert. Sorry für das vertraute Du – aber in Zeiten des Corona-Abstands müssen wir eben persönlich mehr Nähe entwickeln. Mit allen Mitteln, die uns zur Verfügung stehen. Eine evangelische Kirche spielt jeden Abend um 19 Uhr „Von guten Mäch-ten wunderbar geborgen…“ und der halbe Kiez singt mit. Selten war das „Wir schaffen das“ unserer Kanzlerin so wertvoll wie heute. Wir schaffen das – gemeinsam. Und nur gemeinsam.

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