Birkenstock hinkt

Mahler meint am 09.03.2015
 
 
Ich geb’s ja zu: über Jahre kamen an meine Füße nur Socken aus Bodenhaltung und Birkenstock. Das war ich mir als historisch gewachsenem links-grün-Alternativen einfach schuldig. Und jetzt die schockierende Nachricht: Birkenstock, die Schuhwerk-Manufaktur der Protestgeneration, der Wutbürger, der Gerechtigkeitsfanatiker zahlte über viele Jahre Frauen einen Euro weniger Lohn als ihren männlichen Kollegen – für die gleiche Arbeit wohlgemerkt. Jetzt rollt eine Klagewelle auf den Kult-Schumacher zu.
Einer Mitarbeiterin der Birkenstock-Tochter Flussbett wurden bereits 2013 7.500 Euro für entgangenen Lohn nachgezahlt, als Entschädigung erhielt sie drei Bruttomonatsgehälter. Macht 3.500 Euro. Wie – Brutto knapp über 1.000 Euro? Das sahen die Richter auch und erhöhten die Entschädigung fluchs auf 6.000 Euro. Viel schlimmer als die Nachzahlungen aber ist der Image-Schaden. Miese Bezahlung auf der Fläche und dann noch Unterschiede zwischen Männern und Frauen für die selbe Arbeit. Birkenstock wiegelt ab – und zahlt. Und das nicht zu knapp. 103 verfahren sind beim Landgericht Koblenz derzeit anhängig.
Für mich wieder mal ein Beweis, dass das Siegel Bio oder Öko noch lange nichts sagt. Wir müssen uns schon die Mühe machen und ein wenig genauer hinschauen, wenn wir faire und ökologische Produkte kaufen wollen. Selbst wenn Birkenstock draufsteht.
 
 

Birkenstock hinkt
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