Be your own Hero

Es geht mir nicht aus dem Kopf, das Bild der älteren, vollschlanken Hausfrau, biederes Kopftuch auf, ungeschminkt und in Tränen aufgelöst. „Ohne David kann ich nicht weiterleben. Er ist mein Hero“. Klar, gemeint war David Bowie und sie hatte gerade Blumen vor seinem Haus in New York niedergelegt. Aber auch in London und in der der Hauptstraße in Berlin Schöneberg entstanden in Windeseile Altäre für die Popikone, den androgynen Außerirdischen, den  Hero eben.

 

Man könnte das ja auch schlicht als pubertären Kinderkram von nicht erwachsen gewordenen, ich-schwachen Loosern abtun. Wenn schon nicht ich, so wenigstens er. Er hat das gelebt, was ich nie konnte, mich nicht traute, wozu ich nicht das Zeug hatte. „We don’t need another Hero’s“ scheint Tina Turner dagegen zu halten. Und meint damit, dass Selbstaufgabe und blindes Nachlaufen immer in die Irre führt. Also was machen wir aus unserem Leben? „Gib alles, was du hast, oder lass es bleiben“, so ihr Fazit.

 

Wir brauchen Vorbilder.

 

Aber sie dürfen nicht zum Gott werden, denn sie sind sterblich. Wir brauchen Begleiter, auch Seelenbegleiter. Aber wir und sie müssen sich ihrer Grenzen bewusst sein. Die Benachteiligten, die Ausgegrenzten, die, die besonders anfällig dafür sind ihr eigenes Leben wie Dreck zu achten sind besonders anfällig für das „Du bist alles – ich bin nichts“ Spiel. „Be your own Hero“ heißt ein Verein, der seit 10 Jahren versucht, genau diese Leute zu Helden zu machen. Alle, die ihr Leben meistern, die klarkommen in diesem Dschungel aus Konsum und Gefühlen, an Härte und Barmherzigkeit, sind Helden. Wir können Helden sein, nur für einen Tag sang Bowie. Wir brauchen keine Helden mehr, meint Tina Turner.

 

Sei Dein eigener Held und fange endlich an, an Dich zu glauben. Nicht nur für einen Tag.

Be your own Hero
Be your own Hero bewerten:
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars
5,00 von 5 Punkten, basierend auf 1 abgegebenen Stimmen.
Loading...