Bänder im Kirschbaum. Mahler meint am 1.8.2019

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Ich bin Sohn, Vater und Großvater. Und ich liebe die Geschichte vom Vater und den zwei Söhnen, die Jesus Christus erzählte. Ich fand sie in abgewandelter Form in einem Andachtsbuch von Arno Schleyer.

Ein junger Mann in einem Zugabteil. Er hatte offensichtlich Schweres auf dem Herzen. Schließ-lich rückte er bei seinem Gegenüber mit der Sprache heraus: Er komme soeben aus dem Ge-fängnis und habe mit seiner Tat große Schande über sich und seine Eltern gebracht. Sie hätten ihn auch nie besucht und nur selten geschrieben. Trotzdem habe er jetzt, nach seiner Entlas-sung, die Hoffnung, dass sie ihm vielleicht verzeihen. Deshalb habe er ihnen geschrieben: Falls sie ihn wieder daheim haben wollten, sollten sie ein gut sichtbares Band in den Kirschbaum vor ihrem Haus hängen, an dem sein Zug vorüberfahre. Falls er jedoch nicht willkommen sei, brauchten sie gar nichts zu tun und er werde einfach irgendwohin weiterfahren.

Als sich schließlich der Zug dem Elternhaus näherte, wurde der junge Mann so erregt, dass er es nicht mehr wagte, selbst aus dem Fenster zu blicken. Der Mitreisende ließ sich das Haus beschreiben und bot dem jungen Mann an, für ihn Ausschau zu halten, was dieser gerne an-nahm. Und es dauerte nicht lange, bis der Mitreisende mit tränenerstickter Stimme sagte: „Da hängt nicht nur ein Band. Der ganze Baum hängt voller Bänder“.

Wie gesagt, ich bin selbst Sohn, Vater und Großvater. Deshalb berührt mich diese Geschichte so. Jesus Christus erzählt von unserem Vater, der maßlos ist in der Vergebung. Der tausend Bänder für jeden von uns in alle Bäume dieser Welt hängt. Jesus erzählt sie auch für uns Väter und Mütter – als Beispiel für die verschwenderische Liebe, die Gott uns entgegenbringt und die wir unseren Kindern und unseren Eltern entgegenbringen dürfen.

 

 

Bänder im Kirschbaum. Mahler meint am 1.8.2019
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