Aufhören! Zusammenhalten!

Sie haben es fast geschafft. Die Hetzer in unserem Land, die die Kölner Silvesternacht ausgenutzt haben, um Ihren Unmut über die Flüchtlingspolitik von Angela Merkel so richtig Ausdruck zu verleihen. Wenn man die Leserbriefe in den Tageszeitungen liest hat man den Eindruck, da sei so gar nichts mehr übrig von differenzierter Wahrnehmung, Einordnung, Reaktion mit Augenmaß. Wasser auf die Mühlen der Rechtsradikalen, die das alles schon immer gewusst haben. Die öffentliche Meinung beginnt diesen Rattenfängern mehr und mehr nachzulaufen.

Und ich kann leider uns Meinungsmacher in den Medien nicht von einer Mitschuld freisprechen. Zu lange haben wir uns geweigert, die wirklichen Probleme beim Namen zu nennen, zu lange haben wir nach Straftaten und Übergriffen vor allem die Schuld- und nicht die Warum-Frage gestellt.

Dann prügelt man geschlossen auf die Polizei ein, der Kölner Polizeichef tritt zurück – ja um Gottes Willen, was soll man denn von den Beamten im Dauerstress an den Grenzen, beim Streitschlichten in den Unterkünften, beim Versuch, die öffentliche Sicherheit aufrecht zu erhalten noch alles erwarten?
Wir müssen uns ehrlich eingestehen: Nicht der eine oder andere, nicht die Behörden oder die Gerichte sind überfordert, sondern wir alle. Bei allem Einsatz und noch mehr gutem Willen – so ist das nicht zu schaffen.

Wie viele Menschen können wir aufnehmen, schnell registrieren, rasch über Bleiberecht entscheiden und integrieren – und wo sind unsere Grenzen, die wir akzeptieren müssen – um der Flüchtlinge und um unser aller willen. Wir schaffen das – ja. Die Frage ist nur, wie viel wir realistischer Weise schaffen können.

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