Auch in Zeiten des Internets hat Amateurfunk seine Berechtigung

Amateurfunken klingt in Zeiten von Internet und Smartphone wie etwas von gestern. Aber es gibt immer noch Menschen, die sich dafür begeistern. 2020 gab es laut Bundesnetzagentur 71.284 Menschen, die eine Amateurfunklizenz besaßen.

Vom Schüler bis zum Greis

Die Amateurfunktechnik begeistert alle Altersschichten. Im Jahr 2016 war der jüngste Amateurfunker elf Jahre alt, die beiden ältesten waren 98. Das zeigt, dass die Begeisterung für das Funken über alle Altersgruppen verteilt ist. Der Empfang von Amateurfunksendungen ist in Deutschland jeder Person erlaubt. Das Senden ist dagegen streng reguliert. Einem UKW-Radiosender dürfen Funker keine Konkurrenz machen.

Wer eine Amateurfunkstelle betreiben möchte, muss einige Voraussetzungen erfüllen, die im Amateurfunkgesetz und in der Amateurfunkverordnung geregelt sind. Demnach benötigen Sender besondere Kenntnisse, die in einer entsprechenden Prüfung nachgewiesen werden müssen. Für den Sender muss sich der Funker von der Bundesnetzagentur ein personenbezogenes Rufzeichen zuteilen lassen. Für das Hobby steht ein Frequenzbereich bereit, der meist mit dem Radio nicht empfangbar ist.

Der Oszillator als Herzstück eines Amateurfunksenders

Um beispielsweise eine Stimme übertragen zu können, muss sie in Hochfrequenzschwingungen umgewandelt werden. Diese Aufgabe übernimmt der Oszillator. Dafür gibt es im Wesentlichen zwei Arten von Sendern:

  • SSB-Sender (Single Side Band)
  • FM-Sender (Minisender mit geringer Reichweite)

FM-Transmitter kommen beispielsweise zum Einsatz, um Musik vom Smartphone auf dem Autoradio zu hören. Ein solches Gerät darf nach den Richtlinien der Bundesnetzagentur in Deutschland eine Leistung von 50 Nanowatt nicht überschreiten. Vor allem asiatische Importe verstoßen regelmäßig gegen diese Richtlinie.

Was beim Betrieb von FM Transmitter zu beachten ist

Da FM-Transmitter im UKW-Bereich arbeiten, ist außerdem darauf zu achten, eine freie UKW-Frequenz zu nutzen. Vorgesehen ist ein Schutzabstand von 0,3 Megahertz zu den örtlichen Radiosendern. Hält der Betreiber des Gerätes diesen Abstand nicht ein und stört einen Rundfunksender, gibt es Ärger mit der Aufsichtsbehörde. Sendefrequenzen lassen sich mit einem Oszilloskop messen.

Generell ist der Besitz der Transmitter in Deutschland erlaubt. Beim Betrieb darf jedoch die Leistung von 50 Nanowatt nicht überschritten werden. Im Gegensatz dazu senden die UKW-Radiostationen mit 100 Kilowatt. Das erklärt, warum Amateursender besonders in Ballungsgebieten nur schwer zu empfangen sind.

Weltumspannende Kommunikation

Amateurfunk ist aber mehr, als die Musik vom Smartphone auf dem Autoradio zu übertragen oder Funksprechgeräte zu betreiben. Den Funkern stehen auch zahlreiche Frequenzen im Kurz- und Mittelwellenbereich zur Verfügung. Hier darf die Leistung abhängig von der Zeugnisklasse bis zu 750 Watt betragen.

Auf diesen Frequenzen sind Versuchssendungen mit eigenen Sendern und Empfängern erlaubt. Die Leidenschaft vieler Amateurfunker ist die Kontaktaufnahme mit Funkern aus fernen Ländern. Bedingung für das Betreiben eines Senders ist immer der erfolgreiche Abschluss einer staatlichen Prüfung als Amateurfunker. Dann sind sogar Fernsehversuchssendungen im ATV und SSTV möglich.

Wichtige Hilfe in der Not

Unsere digitalisierte Welt zeigt sich bei Katastrophen recht schnell überfordert. Dabei kommt es immer wieder vor, dass die Infrastruktur der klassischen Rundfunksender zusammenbricht. So geschah es im Jahr 2005, als Hurrikan Katrina großflächige Stromunterbrechungen verursachte und ein Radioempfang über UKW unmöglich wurde. Die Amateurfunker hielten Frequenzen im Kurzwellenbereich frei und sicherten einen kontinuierlichen Betrieb eines Notfallnetzes. 2021 hielten Amateurfunker beim Vulkanausbruch auf La Palma vier Frequenzen frei, um die Hilfe für Betroffene zu koordinieren.

Amateurfunk ist nicht nur ein Hobby für Technikbegeisterte, sondern bietet eine Möglichkeit der Völkerverständigung und der Hilfe in der Not.

 

Bild von freestocks-photos auf Pixabay

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