ARD und ZDF setzen Berichterstattung aus Moskauer Studios aus

Köln, Mainz (epd). Nach der Verschärfung der Mediengesetze in Russland setzen ARD und ZDF die Berichterstattung aus ihren Moskauer Studios aus. “Die beiden öffentlich-rechtlichen Sender werden von ihren anderen Standorten aus weiterhin das Publikum umfassend über das Geschehen in Russland und der Ukraine informieren”, betonte der für das ARD-Studio Moskau federführende WDR am Samstag.
Am Freitag hatte bereits die britische BBC die Arbeit ihrer Nachrichtenjournalisten in Russland aus Sicherheitsgründen ausgesetzt. Die neue Gesetzgebung solle unabhängigen Journalismus offenbar kriminalisieren, schrieb BBC-Generaldirektor Tim Davie auf Twitter. Der US-Nachrichtensender CNN erklärte, zunächst nicht mehr in Russland zu senden. Auch die Nachrichtenagentur Bloomberg stellte die Arbeit ihrer Journalisten in Russland nach eigenen Angaben ein.
“ARD und ZDF prüfen die Folgen des am Freitag verabschiedeten Gesetzes und setzen die Berichterstattung aus ihren Moskauer Studios erst einmal aus”, hieß es in der Stellungnahme des WDR.
Berichten zufolge hatte der russische Präsident Wladimir Putin am Freitag ein Gesetzespaket unterzeichnet, das die “öffentliche Verbreitung absichtlich falscher Informationen über die Benutzung der Streitkräfte der Russischen Föderation” unter Strafe stellt. Es drohen demnach Geld- oder sogar Haftstrafen. In russischen Staatsmedien wird beispielsweise nicht von einem Krieg gegen die Ukraine gesprochen, sondern von einer militärischen “Spezialoperation”.
epd-West

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