Am Gelde hängt zum Gelde drängt doch alles

Mahler meint am 17.09.15.
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Börsianer rund um den Globus werden heute Abend an den Lippen einer schmächtigen Frau mit ergrautem Pagenkopf hängen. US-Notenbankchefin Janet Yellen wird verkünden, ob die Federal Reserve – kurz Fed – endlich die lang erwartete Kehrtwende am Geldmarkt einleitet.
 
Das würde bedeuten, dass die Geldentwertung gestoppt wird. Mit weitreichenden Folgen. Kritiker warnen, dass das Wirtschaftswachstum in den Schwellenländern einbrechen werde, wenn es nicht weiter billiges Geld gibt. China sei da ja schon das warnende Beispiel. Befürworter einer Abkehr von der Null-Zins-Politik sagen, dass die Märkte sich so weit erholt haben – vor allem in den USA – dass nicht weiter durch den niedrigen Leitzins Vermögensblasen entstehen, die später einmal platzen werden. So wie beim Börsencrash von 2001.
 
Was bedeutet das für uns „normale“ Verbraucher? Ganz einfach: Geld wird wieder etwas wert sein. Oder, um es schwäbisch auszudrücken: sparen in diesen wirtschaftlich guten Zeiten lohnt sich wieder. Die Flucht in die Sachwerte wird gestoppt, Immobilien beispielsweise werden nicht weiter völlig überteuert gehandelt werden. Und: ein völlig überhitzter Kapitalmarkt, der nur durch immer weiteres Wachstum überleben kann, wird abgekühlt. Und das ist allerhöchste Zeit. Wenn nun die Kritiker sagen, das sei kein guter Zeitpunkt, noch sei das Wirtschaftswachstum nicht stabil genug.
Aber das ist so wie mit dem Rauchen: im Prinzip ist es vernünftig, aufzuhören. Nur leider passt der Zeitpunkt nie. Heute Abend passt es hoffentlich, Frau Yellen.
 
 

Am Gelde hängt zum Gelde drängt doch alles
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