Alte Müde Mutter Erde

Manchmal wird in Karikaturen unsere Mutter Erde, die uns ernährt und erhält wie eine alte, müde Frau dargestellt. Sie trägt Lasten auf ihren Schultern, die die Menschen ihr im Lauf der Geschichte aufgebürdet haben. Jetzt war sie zwei Wochen im Lazarett in Paris, die Patientin Erde. Ärzte aus 195 Nationen haben versucht, sie zu heilen oder ihr wenigstens Linderung zu verschaffen. Herausgekommen ist immerhin ein Therapieplan, den alle gemeinsam unterschreiben können. Jeder Arzt tut das Nötige oder für ihn Mögliche, um zum Gesundungsprozess beizutragen.
Die gute Nachricht: Das Ziel ist ambitionierter geworden. Das Fieber soll nicht mehr um 2, sondern nur um 1,5 Grad steigen und dann gestoppt werden.
Die schlechte Nachricht: Der Therapieplan startet erst in 5 Jahren. Vorher sehen sich die Ärzte nicht in der Lage, die Beschwerden zu lindern.
Auch die Wahl der Medikamente ist umstritten: Die Strahlen-Therapie, die in hochgefährlichen Urananreicherungsanlagen vorbereitet wird, könnte möglicherweise wieder eingeführt werden.
Über dem Bett der Patientin hängt eine alte Indianer-Weisheit, von Hand gestickt im einem historischen Holzrahmen (Plastik verbietet sich von selbst): „Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet Ihr merken, dass man Geld nicht essen kann.“

Apropos Geld: Immerhin 100 Milliarden Dollar haben die wohlhabenden Ärzte bereitgestellt. In 5 Jahren, wie gesagt.

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