Als Hitler das rosa Kaninchen stahl.

Wie ist das, wenn ein 10jähriges Mädchen in einer fremden Umgebung neu anfangen muss? Sie kennt die Sprache nicht, die Sitten und Gebräuche sind ihr fremd und sie hat auch noch eine im Land unübliche Religion. Das Ganze auch noch dreimal. Einmal von Berlin in die Schweiz, dann nach Paris und schließlich nach London. Die wahre Geschichte von Judith Kerr ist Weihnachten in den Kinos angelaufen. Judith Kerr heißt im Film Anna Kemper. Sie muss mit ihrer Familie aus Berlin fliehen kurz bevor Adolf Hitler die Macht ergreift. Ihre Eltern sind Juden und der Vater ein berühmter Journalist und Nazi-Kritiker. Anna muss sich entscheiden: Nimmt sie ihren Stoffhund oder das rosa Kaninchen mit auf die Flucht in die Schweiz? Sie lässt schweren Herzens das Kaninchen zurück. Und die Seele des Haushalts, ihre alte Heimpi, die für die Kempers arbeitet. Das Kaninchen gab dem Roman und dem Film schließlich den Namen, der neugierig macht: „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“. Der Film erzählt ganz ruhig eine Flüchtlingsgeschichte aus der Sicht eines Kindes. Ganz ohne KZ, Bombennächten und Hungertod. Und genau das macht ihn besonders wertvoll. Wenn ich in den nächsten Tagen auf unserem Winterspielplatz in der Kirche Kinder von Flüchtlingsfamilien treffe, werde ich immer die Geschichte und die Gefühle von Anna im Kopf und im Herzen haben. Und einfach hoffen, dass ich auch der eine oder andere Antisemit und Nazi in diesen Film verirrt. Prädikat: Besonders empfehlenswert

Als Hitler das rosa Kaninchen stahl.
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