Alles zu seiner Zeit. Auch weniger Licht halten wir aus.

Im Grunde mag ich es nicht, mich lange vor Weihnachten mit dem Fest zu beschäftigen. Gerade war doch noch Sommer! Und es geht mir nicht um Lebkuchen, Stolle und Spekulatius in den Supermärkten, die ja schon lange bereitliegen. Um die mach ich einfach einen Bogen. Nein, es geht um die Aufregung über den möglicherweise düsteren Kudamm in der Adventszeit. So wird es wahrscheinlich nicht kommen, das mal vorweg. Aber der Senat mag sich in diesem Jahr nicht mehr an den Kosten für die beliebte Weihnachtsbeleuchtung auf dem Kurfürstendamm beteiligen. Die Gründe liegen auf der Hand: die Energiekrise, allgemeine Stromsparmaßnahmen und letztlich geht es auch darum, ein Zeichen zu setzen. Seit Juli werden ja auch öffentliche Gebäude nicht mehr angestrahlt. Der Aufschrei ist groß: der Kudamm und ‚Unter den Linden‘ nicht in der prachtvollen Beleuchtung, die Anwohner und Touristen gleichermaßen anlockt? Undenkbar, heißt es und schon werden Sponsoren gesucht. Insgesamt kostet der Spaß ca. 600 000 €, die Energiekosten sollen dank LED nur bei 8000 -10 000 € liegen. Aber wie gesagt, es geht nicht nur darum, Stromkosten zu sparen. Wir sind in einer außergewöhnlichen und belastenden Situation – alle Mann. Da kann es passen, wenn es nicht mehr ganz so früh und ganz so hell leuchtet und glitzert in diesem Jahr. Es wird sich doch ein Kompromiss finden lassen, eine kleinere, sparsamere Variante, gemütlicher. Und aus meiner Sicht kann es auch später beginnen. So wie die Lichterketten auf den Balkonen und in den Gärten. Bitte nicht zu früh oder gleich das ganze Jahr hindurch! Alles hat seine Zeit!

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