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Alles für ein Menschenleben. Mahler meint am 10.7.2018

160203_Mahlermeint_bannerIch habe noch niemanden getroffen, der den Aufwand für die Rettung der 12 Jungs und Ihres Trainers aus der Höhle in Thailand übertrieben findet. Zu teuer. Zu unverhältnismäßig. Nein, die Welt fiebert mit. Die meisten von uns würden selbst spenden, wenn Sie damit zur Rettung dieser Menschenleben beitragen könnten.

 

Unverhältnismäßig findet dagegen die FDP die Ausstattung aller LKW mit Rechtsabbiege-Warnsystemen. Dabei geht es um doppelt so viele Menschenleben – im ersten Halbjahr 2018 allein. 23 Radfahrer ließen ihr Leben, weil diese Warnsysteme in Deutschland nicht längst Pflicht sind. Verkehrsminister Andreas Scheuer lädt heute in Berlin zum Gipfel für die Pflicht, solche Systeme an Bord zu haben, will man in Deutschland am Schwerverkehr teilnehmen. Die EU bremst, Scheuer gibt Gas. Dann kann er auch gleich die Notbremsassistenten für LKW verpflichtend einführen. Auffahrunfälle am Stauende kosten im Durchschnitt 7 Menschen das Leben – im Monat.

 

Bleibt die Frage, ob der Wert eines Menschenlebens allein durch das Medieninteresse errechnet werden kann. Bei Kindern in einer Höhle kann der Unglücksort nicht weit genug entfernt sein. Alle großen Rundfunkstationen sind vor Ort. Und ich hoffe und bange heute auch mit der ganzen Welt.

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