#alles dicht machen.

Wir sind mitten in der Dritten Welle. Das ist nicht zu leugnen. Und das erfordert Maßnahmen, über die man sich gerne streiten darf. Ich finde auch manche Entscheidungen der Bundesre-gierung zur Notbremse zumindest diskussionswürdig. In einer Situation, in der die Intensivsta-tionen volllaufen und täglich zu viele Menschen an und mit Covid sterben, hetzen 53 hochran-gige Schauspieler mit ironischen Videos gegen alle Maßnahmen. Das ist leider keine Satire, das ist Zynismus. Was besonders nachdenklich machen sollte sind die Beifallklatscher der Ak-tion #allesdichtmachen: die Rechten, die Querdenker und die Corona-Leugner. Genau diese Leute überschütten die Schauspieler mit Lobeshymnen, teilen auf Telegram ihre Videos. In denen wird gesagt, dass die Pandemie nur Panikmache sei, die Medien seien alle gleichgeschaltet und die Politik würde unsere Grundrechte einschränken. Es sind die gleichen Parolen, die auf Querdenker-Demos gerufen werden. Habt Ihr das gewollt, Heike Makatsch und Ulrich Tukur? Ich glaube nicht. Nun könnte man sagen, dass das ja immer so ist, dass man vor den falschen Karren gespannt wird. Was mich erstaunt ist, dass wir es hier mit hochreflek-tierten Künstlerinnen zu tun haben die billigend in Kauf nehmen, dass sie mit ihrer Kritik das Volk weiter spalten. Kritik ja, Diskussion auf jeden Fall, auch Satire. Die rettet uns ja in schwie-rigen Situationen oft das Überlebens-Lächeln. Beißender Zynismus hilft keinem. Der Schau-spieler Christian Ulmen bringt es auf den Punkt: Der Verschwörungstheoretiker Ken Jebsen hätte es nicht schöner sagen können. Seine Tatort-Partnerin Nora Tschirner schrieb: Echt ja, Leude? Was los da? und unterstellte den Beteiligten reine Langeweile als Beweggrund. Meret Becker entschuldigte sich dafür, dass das falsch verstanden werden könnte: die Aktion sei wohl nach hinten losgegangen. Stimmt.

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