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Überall an den Straßen sieht man zur Zeit Kartons stehen. Die Leute misten aus – und schrei-ben großzügig „Zum Mitnehmen“ an die Schachteln. Bücher, Geschirr, Dekoartikel von fragli-cher Stilsicherheit – auf meinem täglichen Spaziergang durchs Viertel in den Wald sehe ich über die Tage wenig bis keine Veränderung. Das kommt davon, wenn man Sperrmüll und Ga-ragenflohmarkt durcheinanderbring.

Ich habe daraufhin mein Lager durchforstet und bin auf zwei Kartons mit CDs gestoßen. Die habe ich vor vielen Jahren mal in meiner Medienfirma produziert und auch verkauft – was übrig ist sind alte Restbestände. Zum einen ungefähr 30 CDs „Gute Worte für trübe Tage“ – ausgewählte Rundfunkandachten und zum anderen 20 Doppel-CDs mit spannenden Kinder-geschichten. Das passt ja wie der sprichwörtliche Deckel auf den Topf auf den Corona-Blues, dachte ich mir und habe Anschreiben verfasst. Familien mit Kindern im passenden Alter be-kommen die Kindergeschichten, ältere und einsame Menschen die „Guten Worte für trübe Tage“. Der Vorteil dabei ist, dass ich beim Durchforsten der Adresslisten in meinem Computer – Familie, Freunde und Kirchengemeinde – an viele Menschen liebevoll gedacht habe, die ich gar nicht auf dem Radar hatte.

Morgen geht die Sendung mit über 50 Päckchen auf die Post. Begleitet mit vielen guten Ge-danken und Segenswünschen. Und der Hoffnung, dass ich damit Freude machen kann. Und die räumliche Entfernung auch durch diese Geste überbrücke.

Vielleicht schauen Sie auch mal in ihren Schubladen und Schränken nach. Und stellen die Sa-chen nicht auf die Straße, sondern überlegen, wer daran Freude haben könnte.

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