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3 Alternativen zur Berufsunfähigkeitsversicherung

Nursing Stock Images NIH

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Verbraucherschützer und Versicherungen sind selten einer Meinung. Dennoch gibt es ein paar Punkte, in denen sie sich einig sind. Etwa den, dass alle, die von ihrer Arbeitskraft leben, eine Berufsunfähigkeitsversicherung benötigen. Einige Menschen erhalten aber keine Absicherung oder nur einen teuren bzw. eingeschränkten Schutz. Zum Beispiel, weil sie an Vorerkrankungen leiden oder in besonders riskanten Berufen arbeiten. Für diese Kunden gibt es mehrere Ausweichmöglichkeiten. Wir stellen drei Alternativen zur klassischen BU-Versicherung vor.

 

1. Erwerbsunfähigkeitsversicherung

Bei dieser Versicherung handelt es sich um „die kleine Schwester“ der BU-Versicherung. Die Modalitäten ähneln sich, allerdings sind die Anforderungen strenger. Die EU-Versicherung zahlt nur dann die monatliche Rente, wenn man weniger als drei Stunden pro Tag einer beruflichen Tätigkeit nachgehen kann. Während man bei einer BU-Versicherung auch dann schon Leistungen in Anspruch nehmen kann, wenn man theoretisch einen anderen Job ausüben könnte, ist das bei der EU-Versicherung ausgeschlossen. Sprich: Sie zahlt nur, wenn man gar nicht mehr arbeiten kann.

 

Durch diese Einschränkung fallen die Prämien für die EU-Versicherung aber deutlich niedriger aus, so der Branchenverband GDV. Vor allem Menschen wie Dachdecker oder Wachleute, also solche, die in sogenannten Risikoberufe arbeiten und nur einen sehr teuren BU-Schutz abschließen können, erhalten so eine bezahlbare Grundabsicherung. Wie bei der BU-Versicherung muss der Versicherte eine Gesundheitsprüfung absolvieren. Allerdings ist der Fragekatalog mitunter nicht so umfangreich bzw. die Versicherung wertet Vorerkrankungen weniger streng als bei der BU-Versicherung.

 

2. Dread-Disease-Versicherung

Die Dread-Disease-Versicherung kommt ursprünglich aus dem angelsächsischen Raum. Während sie in Ländern wie England, Südafrika oder Australien recht weit verbreitet ist, gilt die „Schwere-Krankheiten-Versicherung“ hierzulande noch als große Unbekannte. Der Name ist Programm: Die Dread-Disease-Versicherung deckt einen bestimmten Katalog an schwerwiegenden Erkrankungen ab, zum Beispiel Krebs, Schlaganfall, Herzinfarkt oder Multiple Sklerose. In der Regel sind einige dutzend schwere bzw. lebensbedrohliche Krankheiten versichert; bei der Nürnberger sind es sogar genau 50.

 

Im Unterschied zur BU-Versicherung zahlt die Dread-Disease-Versicherung keine monatliche Rente, sondern einmalig die vereinbarte Summe, sobald eine der definierten Krankheiten diagnostiziert wird. Ob der Beruf noch ausgeübt werden kann, ist nicht entscheidend. Die zusätzlichen finanziellen Mittel lassen sich für verschiedene Kosten einsetzen, zum Beispiel:

  • für Reha- und Pflegemaßnahmen, die von der Kranken- bzw. Pflegekasse nicht übernommen werden
  • für den Umbau von Wohnung, Haus oder Auto
  • für die Rückzahlung des Immobilienkredits
  • als Vorsorge für den Todesfall und damit für die Versorgung der Hinterbliebenen

 

3. Grundfähigkeitsversicherung

Mit dieser Versicherung kann man sich gegen den Verlust bestimmter „Grundfähigkeiten“ absichern. Zu diesen zählen elementare Fähigkeiten wie Sehen, Gehen und Sprechen, aber auch spezielle Fertigkeiten wie Treppensteigen, Knien, Bücken oder Autofahren. Dass diese Fähigkeiten nicht nur für den Alltag, sondern auch fürs Berufsleben wichtig sind, merkt man schnell: Ein Tischler, dem nach einem Unfall eine Hand amputiert werden musste, kann seinen Beruf genauso wenig ausüben wie eine Lehrerin, deren Stimmbänder gelähmt sind.

 

Wie groß der Verlust der Fähigkeit sein muss, damit die monatliche Rente gezahlt wird, regelt der Vertrag. Hier findet man in der Regel einen Katalog mit beispielhaften Formulierungen. Nicht mehr „stehen“ zu können, bedeutet beispielsweise: „Die versicherte Person ist nicht fähig, zehn Minuten lang zu stehen, ohne sich abzustützen.“ Nur selten ist der Fall abgesichert, wenn eine psychische Erkrankung zum Verlust von Grundfähigkeiten führen. Bei manchen Anbietern lassen sich solche Ursachen aber in Form eines Zusatzbausteins mitaufnehmen.

 

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