11.11.11 Uhr 11.

Am 11.11. um 11 Uhr 11 beginnt die 5te Jahreszeit. Die närrische. Eigentlich jedes Jahr. Aber in diesem Jahr fällt Jux und Tollerei aus. Alles was Spaß macht, fällt der Pandemie zum Opfer, die sich wie ein schweres schwarzes Tuch über unsere Lebensfreude gelegt hat.

Nun kann man das ja schon in Zweifel ziehen, ob kollektives Besäufnis und moralisch zweifel-haftes Verhalten im Schutz einer Maske wirklich etwas mit Lebensfreude zu tun hat. Aber da gehen die Meinungen vermutlich auseinander.

Masken gibt es ja in dieser närrischen Saison mehr als je zuvor. Aber es sind sicher nicht die, hinter denen sich ein feucht-fröhliches Grinsen versteckt.

Fasching, Karneval und Fasenaet hat ja durchaus seine Berechtigung und seine Notwendigkeit. Die kalte Jahreszeit wird verabschiedet, es wird ausgelassen gefeiert, dass bald eine neue Sai-son mit blühenden Blumen und Bäumen losgeht. Nach den Umtrieben und Umzügen folgt ab Aschermittwoch eine 7 monatige Fasten- und Besinnungszeit – und dann ist Ostern.

Gesellschaftspolitisch hat die fünfte Jahreszeit durchaus auch ihre Berechtigung. Die Narren übernehmen die Rathäuser, die etablierte Politik wird auf die Schippe genommen – Fasnacht als Ventil für verdrossene Bürger, die endlich mal machen, was sie wollen.

Diese Rolle haben seit geraumer Zeit die Querdenker übernommen. Allerdings ohne Maske. Bleibt die Frage, ob und wie wir in dieser Saison Fasnacht feiern oder begehen wollen. Prunk-sitzungen und große Umzüge wird es nicht geben. Bleibt vermutlich nur der persönliche Kehr-aus und die Besinnung darauf, was uns die große Maskerade lehrt, die schon ein dreiviertel Jahr anhält. Für mich ist es die Suche nach Wegen, wie wir das social distancing überwinden können. Ich habe gestern zwei Senioren im Heim angerufen. Und wir haben auch Witze erzählt und gelacht. Närrisch sein kann man auch am Telefon.

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