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Zum Abschuss freigegeben. Mahler meint am 3.11.2017

So begrüßenswert ich den Hashtag Me Too finde – so langsam wird eine Hexenjagd draus. Natürlich ist es super, dass Frauen, die Opfer von sexueller Gewalt geworden sind sich endlich trauen, offen zu sagen, was ihnen wiederfahren ist. Natürlich ist es richtig, dass Typen wie Harvey Weinstein endlich dort stehen, wo sie hingehören: Am Pranger. Dass inzwischen ein Minister in England auf Grund eines Gerüchtes und noch nicht einmal angeklagt seinen Hut nimmt, halte ich für das falsche Signal.
Es gibt einfach auch zu viele Opfer auf der anderen Seite. Männliche Scheidungsopfer, die aufgrund von nicht bewiesenen Vorwürfen ihrer Ex das Sorge- und Besuchsrecht für ihre Kinder verloren haben. Erzieher, die auf Grund von nicht beweisbaren Beschuldigungen ihren Job verloren haben.
Und: Me too hat nur einen kleinen Schönheitsfehler. Der Aufschrei kommt zu spät. „Wir brauchen keinen digitalen Aufschrei“, schreibt Sabine Kray in der Zeit. „Wir müssen im Augenblick des Übergriffs laut werden“. Statt #MeToo wünsche ich mir ein „Fuck you“!
Frauen Mut machen ist das Gebot der Stunde. Gerade denen, die – wie in der Film- und Medienbranche – existentiell von mächtigen und schmutzigen Männern abhängig sind. Sag ich was und ruiniere meine Karriere oder erdulde ich stumm darf keine Alternative mehr sein. Die Gesellschaft und der Rechtsstaat haben die Pflicht, solchen Männern das Handwerk zu legen. Auch um mich und meine Geschlechtsgenossen nicht ständig unter Generalverdacht zu stellen.
 
 

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