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Opfer zweiter Klasse? Mahler meint am 12.9.2017

Am vergangenen Sonntag kam eine aufgeregte Gottesdienstbesucherin auf den Liturg und den Pfarrer zu. Man solle heute spontan die Kollekte im Gottesdienst den Opfern des Hurrikans Irma widmen, so ihr Begehr. Nein, nicht den Opfern allgemein, sondern denen in Florida. Und auch nicht denen allgemein sondern einer angeheirateten Verwandten. Noch war gar nicht klar, ob die Verwandte überhaupt betroffen sein würde, Irma hatte Florida noch gar nicht richtig erreicht.

Kuba und das bettelarme Haiti hat es dagegen richtig erwischt.

Die Berichterstattung über die Monster Hurrikans Harvey und Irma zeigen nicht nur das Ausmaß der Zerstörung, sondern auch das selektive Mitleid der deutschen Bevölkerung. Wie Kathrina in Louisana im Jahr 2005 waren auch im Jahr 2017 nicht die verheerenden Hurrikans in der Karibik Medienthema Nummer 1, sondern Harvey in Texas und Louisiana und jetzt Irma in Florida.

Es ist schon richtig, je näher uns ein Unglück persönlich kommt, desto mehr wird es zur Katastrophe und öffnet unsere Herzen und Geldbeutel. Wir Deutschen sind Spendenweltmeister. Für medial gut in Szene gesetzte Großereignisse in der westlichen Welt.

Wir haben das Ansinnen der Gottesdienstbesucherin am Sonntag abschlägig beschieden. Und beraten im Gemeinderat darüber, an welcher Stelle der Welt wir Hilfsorganisationen unterstützen, wo sie am nötigsten gebraucht werden. Vermutlich werden es Projekte in Haiti sein.

 

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