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Mit Gott auf die Straße

Alle Jahre wieder gibt es Erklärungsbedarf. Warum ziehen in manchen – überwiegend katholischen Gegenden Deutschlands Menschen durch Straßen und über Felder und treten auf kunstvoll ausgebreitete Blumenteppiche? Warum tragen sie dabei eine Monstranz?

 

Heute ist Fronleichnam. Das hat mit Beerdigung wenig zu tun – auch wenn der Name dies nahelegt. Lichnam bedeutete im altmittelhochdeutschen einfach Leib oder Körper. Fron deutet auf den Herrn hin. Es geht also um nichts weniger als den Leib des Herrn. Dieser wird in der Eucharistie, der Abendmahlsfeier in den Kirchen in Form einer Hostie von den Gläubigen aufgenommen. Der Leib des Herrn wird symbolisch verinnerlicht.

 

Einmal im Jahr tragen Katholiken den Leib des Herrn durch die Straßen. Gut verwahrt in einer Monstranz. Sie wollen damit deutlich machen, dass Christus nicht hinter Kirchentüren verschlossen bleiben will, sondern auf die Straße geht, zu den Menschen unterwegs ist.

 

Wenn sie also das lange oder kurze Wochenende genießen – je nach Bundesland – seien sie gewiss: Gott ist dabei. Denn er lässt sich weder hinter Kirchentüren noch in Monstranzen einsperren. Ich wünsche Ihnen einen guten Fronleichnamstag.

 

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