Vom besten Jazzgitarristen, der je gelebt hat, von Django Reinhard erzählt man sich, dass ihm beim Brand des Wohnwagens der Familie glühende Balken auf die linke Hand gefallen seien. Die Brüche wurden nicht ordentlich versorgt – und so lebte er weiter mit einer besonderen – früher hätte man gesagt mit einer verkrüppelten Hand.
Dies hatte zur Folge, dass Django Reinhard Harmonien auf der Gitarre greifen konnte, die kein anderer mit einer gesunden, normalen Hand hinbekommen konnte. Seine Behinderung – ich sage lieber seine Besonderheit – machte ihn zu einem Ausnahmemusiker. Ich musste an Django Reinhard denken, als ich gestern im Fernsehen die vier Tore von Linonell Messi sah, die er gegen Arsenal London in einem Spiel für seinen FC Barcelona schoss. Auch Messi hatte als Kind eine Behinderung: er war kleinwüchsig und schwach. Mit Spritzen hat man den Teenager aufgepäppelt – heute misst er gerade mal 1,69 und gilt als der derzeit beste Fußballer der Welt.
Anlass für mich zu fragen: welche Chance steckt in einer angeblichen Behinderung? Was habe ich Besonderes, was mich einzigartig macht? Und ich sehe alle Menschen, die anders sind als alle Anderen als etwas Besonderes. Denn: unsere Schwächen sind auch gleichzeitig unsere Stärken.
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