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Immobilientipp: „Wer bezahlt den Makler ?“

Matthias Gutsche unser Experte in Immobilienfragen.

Matthias Gutsche unser Experte in Immobilienfragen.

Keiner bezahlt den Makler – zumindest nicht gerne!

Da der Maklerberuf nach wie vor negativ belegt ist, versuchen viele Marktteilnehmer, die  HONORARzahlung (dieser Begriff ist angenehmer als der Begriff PROVISION) zu umgehen.

Zu unterscheiden ist das Segment Vermietung von dem des Verkaufs.

Darüber hinaus werden die Maklerhonorare in den verschiedenen Bundesländern nicht einheitlich behandelt; in Berlin gelten folgende „Regeln“:

Bei der VERMIETUNG VON WOHNRAUM kommt seit dem 01.06.15 grundsätzlich der Vermieter als Auftraggeber für das Honorar auf. Diese Regelung basiert auf dem neu eingeführten sog „BESTELLERPRINZIP“, nach dem derjenige die Leistung vergüten soll, der sie „bestellt“ = beauftragt hat. (Ausnahme dieses Grundsatzes: Der Wohnungssuchende beauftragt = bestellt den Makler mit der Suche eines neuen Zuhauses zur Miete; in diesem Fall honoriert er dann selbstverständlich auch die Tätigkeit des Maklers)

Dadurch sollen insbesondere die finanziell schwächeren Haushalte entlastet werden, die nach der bisherigen Regelung neben den 3 Nettokaltmieten Kaution auch die 2 Nettokaltmieten Maklerhonorar übernehmen mussten. Rechnete man ggfls noch 1-2 Mietzahlungen aus dem alten Mietverhältnis dazu, hatten die Mieter zum Start zunächst ca 6-7 Mietzahlungen zu leisten bevor sie in das neue Objekt einziehen konnten.

Diese Entlastung macht zumindest in den genannten Bereichen Sinn; im gehobenen Segment kann man sicherlich trefflich darüber streiten.

Die gesetzliche Änderung macht darüber hinaus natürlich auch Sinn, wenn wir berücksichtigen, in allen anderen Situationen auch den Auftraggeber / Besteller zur Zahlung der erhaltenen bzw erwarteten Leistung „zur Kasse zu bitten“.

In meiner beruflichen Praxis habe ich die Diskussionen („und wer bezahlt Sie?“) erstaunlicherweise immer wieder mit Geschäftspartnern, die grade in ihrem Beruf selbstverständlich vergütet werden, teilweise bereits zum Start ihres Handelns.

Beim VERKAUF VON WOHNRAUM ist hingegen die Regelungsänderung nicht eingeführt worden – hier gilt nach wie vor die sog. „KÄUFERprovision“, handelsüblich werden in Berlin 6% zzgl MwSt „aufgerufen“.

Relativ selbstverständlich werden hohe Honorare von institutionellen Investoren gezahlt, die lediglich eine kaufmännische Gesamtkalkulation anstellen und ergebnisorientiert handeln („ohne meinen Makler bekommen ich keinen Zugriff auf das Objekt, der ist daher sein Geld wert“).

Immer wieder ist das Honorar jedoch Thema bei Auftragserteilung durch die Verkäufer sowie seitens privater Käufer: Verkäufer: „Vergebe ich mir nicht einen ordentlichen Kaufpreis durch Ihr Honorar?“ – Käufer: „Ich besichtige nur, wenn Sie nicht mehr als 3% nehmen“. Dabei wird leider oft vergessen, dass aktuell ein VERKÄUFERmarkt besteht (mehr Nachfrage als Angebote) und dieser Start sicherlich nicht der Beginn einer entspannten Geschäftsbasis ist…

Andererseits habe ich durchaus Verständnis dafür, dass das Thema angesprochen wird.

Hier könnte m.E. der Gesetzgeber durch die Einführung einer Honorarordnung analog den Architekten, Rechtsanwälten etc einen sauberen Weg finden, der für alle Beteiligten transparent ist und zur Entspannung auch gegenüber dem Image des Maklers führt.

In anderen Bundesländern wird das Honorar zwischen Verkäufer und Käufer geteilt, was ich für die beste Lösung halten würde, da der Makler bis zum Endergebnis Mittler zwischen beiden Parteien gleichberechtigt sein sollte.

Mein TIPP:
Prüfen Sie rechtzeitig Ihr Gesamtbudget und schlüsseln dieses nach den einzelnen Kostenarten auf: Kaufpreis, Maklerhonorar, Grunderwerbsteuer (Berlin aktuell 6%), Notarkosten sowie kleinere Gebühren für das Grundbuchamt bzw ggfls Modernisierungskosten. Erst dann geben Sie Ihr konkretes Kaufangebot ab und trennen Kaufpreis und Maklerhonorar deutlich in einzelne Beträge auf – andernfalls bringen Sie Ihren Berater (Makler) in eine problematische Situation gegenüber dem Verkäufer, da die „schwarzen Schafe“ unter den Maklern ggfls den Kaufpreis zugunsten eines hohen Maklerhonorars reduzieren. Besprechen Sie daher VORHER und VERLÄSSLICH mit Ihrem Makler die Eckdaten seines Handelns und motivieren Sie ihn so zu Höchstleistungen !

 

Hören Sie sich den Immobilientipp an:

 

 


Der 98.2 Radio Paradiso Immobilientipp mit unserem Experten Matthias Gutsche.

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