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Placebo Dieselfahrverbot. Mahler meint am 13.11.2017

Es klingt nach einer verdammt einfachen Lösung: alte Diesel raus aus unseren Städten und wir haben das Klimaproblem gelöst. Zumindest was den Verkehr betrifft. Aber das wäre nun wirklich zu einfach und zu schön um wahr zu sein. Was sich Stuttgart, Hamburg und München ausgedacht haben, ist nicht nur zu kurz gedacht, es ist schlicht Blödsinn.
Drei Maßnahmen, damit unsere Städte nicht kollabieren:
1. Fördert das Radfahren. Kopenhagen hat als zweite europäische Metropole seit einem Jahr mehr Rad- als Autofahrer in der Innenstadt. Vorher war das nur Amsterdam gelungen.. Wenn man Radwege baut, werden die auch genutzt. Das ist die Erfahrung von Kopenhagen. 120 Millionen hat die dänische Hauptstadt in den vergangenen 10 Jahren die Fahrradinfrastruktur gesteckt. Und es hat sich gelohnt. Berlin plant jetzt die Radrevolution. Bißchen spät, aber immerhin.
2. Baut den Öffentlichen Nahverkehr aus. Zürich hat es vorgemacht: Straßenbahnen statt U-Bahnen, Verknappung der Parkplätze in der Innenstadt, hohe Taktrate im Personennahverkehr. Ergebnis: Nur 1 von 10 Zürichern nutzt ausschließlich das Auto, um sich in der Stadt fortzubewegen.
Verlangsamt den Verkehr! Die Gefahr von tödlichen Fußgänger-Unfällen liegt bei Tempo 30 bei 30 % – bei Tempo fünfzig sind es 80%. Die Schadstoffbelastung in bei Tempo 30 15% niedriger, der Lärm reduziert sich um ein Drittel. Also: Ein Maßnahmenpaket, das wirkt und das das Auto in der Stadt unattraktiv macht ist weit mehr als das Placebo Dieselfahrverbot.
 
 
 
 

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