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Des einen Freud des anderen Leid. Mahler meint am 12.2.2018

Nachdem die beiden Polen gepatzt hatten, gab es für Andreas Wellinger kein Halten mehr. Er zeigte auf Platz 5 liegend einen Supersprung mit Schanzenrekord, die beiden vor ihm liegenden Polen Hula und Stoch konnten nicht kontern – und bei Wellinger flossen die Freudentränen: Olympiagold.
Auf Gold gesetzt war bei seinen dritten olympischen Spielen der deutsche Rodler Felix Loch. In Führung liegend stellte er seinen Schlitten im letzten der vier Läufe quer – er rutschte auf den fünften Platz ab. Landsmann Johannes Ludwig freute sich über den Patzer Lochs und einiger anderer Favoriten und sicherte sich Bronze.
Des einen Freud, des anderen Leid. Wenn ich mir die Skispringer so anschaue, die unten stehen und denen da oben, die sie schlagen könnten einen schlechten Sprung wünschen, dann frage ich mich immer, ob ich es nicht genau so machen würde.
In der Politik ist es nicht anders. Die Granden in den Koalitionsverhandlungen haben allesamt keine gute Figur gemacht: Merkel, Schulz, Seehofer, Lindner. Und schon dreht sich das Personalkarussell. Die von weiter unten wittern ihre Chance, propagieren gar den Königsmord.
Und wie ist das im Betrieb? Warten auf die Fehler des Vorgesetzten, um seine Stelle zu ergattern? Hoffen auf Patzer des Morgenmoderators, damit ich die begehrteste Stelle in diesem Geschäft übernehmen könnte?
Die Presse macht es uns vor: höhnisch wird auf den Ausrutschern der Promis herumgeritten. Um dem sogenannten kleinen Mann zu vermitteln: so klein seid ihr doch gar nicht … der Abstand wird geringer.
Freut euch mit den Fröhlichen und weint mit den Weinenden. Die Bibel. Ein Lebenskonzept ohne Neid und Schadenfreude. Schwer genug. Aber lohnend allemal. Der Weg zu echter Mitmenschlichkeit.
 
 

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