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Das ist der Gipfel.

Gott sei Dank – der Marschbefehl ist an uns vorübergegangen. Verwandte und Freunde – Sonja und Frank – sind Bereitschaftspolizisten. Sie wurden nicht nach Hamburg geschickt wie 20.000 ihrer Kolleginnen. Die Diskussion über Linksextremismus hat die spärlichen Ergebnisse des G20 Gipfels längst verdrängt. Die Frage, ob man unsinnigerweise ein solches Treffen in einer Großstadt und nicht auf einem Schiff oder in einem gut abzusichernden Tagungszentrum auf der grünen Wiese hätte stattfinden lassen können drängt sich in den Vordergrund. Der Rest ist Wahlkampf. 370 gewaltbereite Extremisten konnten im Vorfeld des Gipfels an den Grenzen gefasst werden – auch ein Erfolg. Der wäre aber auch ohne das Schanzenviertel und knapp 500 verletzte Polizisten möglich gewesen.

Der politische Ertrag? Wie gesagt: spärlich. Trump-Anhänger feiern Trump wegen seiner Weigerung den Pariser Klimagipfel anzuerkennen. Russland feiert Trump und Putin, weil beide ganze Kerle sind die dem Rest der Welt aus nationalistischer Gesinnung heraus die Stirn bieten. Die Chinesen, der größte Luftverschmutzer der Welt feiern sich selbst, weil sie Trumps Schwäche genutzt und sich selbst als zukünftiger Klimaschützer profiliert haben. Erdogans Anhänger feiern ihren Helden, weil er Europa weiter brüskiert. Die Afrikaner sind wieder einmal weitgehend leer ausgegangen, trotz der Beteuerung Angela Merkels, sie würden als Anrainer Europas im Gipfel-Fokus stehen. Fazit: Thema verfehlt. Dieser Gipfel war der Gipfel. Sowohl an Ineffektivität, falscher Wahl des Austragungsortes, Wahlkampf und Extremismus. Ich wünsche mir einen Abstieg vom Gipfel in realpolitische Gefilde, die für die Menschen dieser Welt etwas austragen.

 

 

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