Mahler meint am 27.1.12 um 22:30 Uhr
2014 sollen die deutschen Truppen aus Afghanistan raus sein. Nach dann 12 Jahren wird es ja auch höchste Zeit. Dann wird es lediglich noch Coachingaufgaben durch deutsche Fachkräfte für afghanische Polizei und Armee geben. Wie Verteidigungsminister Thomas de Meziere gestern sagte: Wir wechseln vom Fahrer- auf den Beifahrersitz und sind lediglich der Fahrtschullehrer.
Es ist in Afghanistan so wie in vielen anderen Situationen: man kommt nicht so einfach aus der Nummer raus. Schon gar nicht ohne schmutzige Hände, sprich ohne Schuld. Oft ist eine Frage der Abwägung, was schlimmer ist: sich raushalten und Unrecht geschehen lassen oder eingreifen und sich dadurch schuldig machen. Ich wurde an den Fall Gäffgen erinnert und an jenen Polizisten, der dem Entführer Gewalt angedroht hat, wenn er ihm nicht das Versteck des entführen Jakob von Metzler verraten würde. Gegen geltendes Recht hat Wolfgang Daschner, der stellvertretende Chef der Frankfurter Polizei verstoßen, indem er angeordnet hat, dem Entführer Gäffgen Gewalt anzudrohen. Er tat es aber, um das Leben des mutmaßlich noch lebenden Jungen zu retten. Manchmal gilt es eben, die Schwere der Schuld abzuwägen und seinem Gewissen zu folgen. Selbst wenn man dabei gegen geltendes Recht verstößt. Man nennt das auch Zivilcourage.
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