Mahler meint am 20.02.12 um 10:30 Uhr:
Ich gehöre zu denen, die es sehr bedauert haben, dass Joachim Gauck vor 1 ½ Jahren nicht zum Bundespräsidenten gewählt wurde. Damals hat man sich für den smarteren, jüngeren, telegeneren Wulff entschieden, der eine neue Generation Politiker vertreten hat. Schmerzhaft war die Erkenntnis, dass es offensichtlich zu dieser Politikerkaste gehört, dass man es mit der Moral nicht so genau nimmt. Die alten Werte Aufrichtigkeit, Unbestechlichkeit und Bescheidenheit schienen ausgemustert worden zu sein. Angela Merkel wollte sich und ihrer Partei den Fehler lange nicht eingestehen. Dass sie Joachim Gauck gestern Abend bei „aller Verschiedenheit“ in den höchsten Tönen lobte, klingt auf diesem Hintergrund ein wenig scheinheilig. „Ein wahrer Demokratielehrer“ sei er, sein Lieblingsthema „Freiheit in Verantwortung“ teile sie mit dem früheren Pfarrer und Bürgerrechtler. Hat sie das vor 1 ½ Jahren nicht getan? Was jetzt wie ein Kniefall vor der SPD aussieht, wäre damals einfach nur eine gute Wahl gewesen. Jetzt waren bis zum Schluss noch zwei weitere Vertreter von Werten mit im Renner: Klaus Töpfer, der wohl wie kaum ein anderer für Umwelt, globale Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit steht und der frühere Berliner Bischof und Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland, Wolfgang Huber. Offensichtlich ist das Umdenken auch in der Spitze der Politik angekommen.
Tags: Berlin, Bundespräsident, Gauck, Mahler Meint, Radio Paradiso


























